Samstag, 30. November 2024

Bilder-Geschichten 70

Collage auf Leinwand, Planegg 1993


Die Einstein-Übermalung
Regelmäßige Leser meiner Posts
mussten sie schon des Öfteren ertragen:
Sie ist die einzige meiner Collagen,
die mich an mein politisches Denken erinnert
und überlebt hat. Ich sehe sie jeden
Morgen, denn sie hängt im Schlafzimmer.
Gerade jetzt erneuert sie meine
Angst, es könnte im nächsten Weltkrieg 
die dritte Atom-Bombe fallen.
Egal ob Putin oder Trump auf  den
"Buzzer" drückt: - Fiele sie,
gäbe es wohl nicht mehr viel zum
Thema Glaube und Wissen zu überdenken.
Als die Collage entstand, war gerade
einmal wieder eine Diskussion über 
Einstein und "seine" Religion entbrannt.
Ich als Agnostiker stellte mir vor,
dass das Genie versucht haben könnte,
die Dreifaltigkeit als physikalische
Formel zu errechnen - wie einst E =mc2.
Die zwei Atom-Pilze im Hintergrund
stehen für Hiroshima und Nagasaki.
Für einen dritten war zumindest in
meinem 
damaligen Denken kein Platz
mehr, weil da die Welt doch noch
auf einem 
so guten Weg zu sein schien...


P.S. Für dieses Jahr war es das erst einmal mit Bilder-Geschichten.
Jetzt muss ich mich wieder mit dem alljährlichen, ultimativen Adventskalender 
auf "Steine aus dem Glashaus" konzentrieren

Donnerstag, 28. November 2024

Bilder-Geschichten 69

Öl auf Leinwand, München Ende der 1970er

La Notte Veneziana

Aller Anfang ist schwer! Nachdem 
wir uns angewöhnt hatten, jedes Jahr
über Allerheiligen nach Venedig
zu pilgern, versuchte ich beinahe
ein Jahrzehnt lang, meine
romantischen Eindrücke von der
"Serenissima" wieder daheim aus der
Erinnerung auf die Leinwand zu
bringen. Da mischten sich dann
Erlebtes, Gelesenes und Erforschtes
ziemlich naiv durcheinander.
Der Stadtteil Canaregio hat es mir
immer besonders angetan,
aber auch die Legende um
Paolo Antonio Labia, der den
letzten der großen Paläste Venedigs
errichten ließ. Er soll so unermesslich
reich gewesen sein, dass er
bei Banketts die goldenen Teller in
den Kanal warf, von denen er
nicht noch einmal essen wollte.
Überliefert, aber historisch
nicht bestätigt war sein Hunger
nach Weiblichkeit, der täglich  von seiner
Dienerschaft aufs neue gesättigt
werden musste. Genau genommen
wäre diese eines meiner "Märchenbilder",
die ich aber da noch nicht für meine
Kinder gemalt habe - wie die dann folgenden.
Wir hatten uns damit abgefunden,
kinderlos zu bleiben, aber
dann kam als Weihnachtsgeschenk
vor 45 Jahren Deine Mutter zur Welt!
Das war's dann mit dem
alljährlichen Venedig-Besuch

 

Dienstag, 26. November 2024

Bilder-Geschichten 68

Öl auf Leinwand



Modiglianis Muse macht Marend
Ehrlich, ich weiß nicht mehr, wann ich 
dieses merkwürdige Bild ohne
Titel gemalt und selbst gerahmt
aufgehängt habe. Ich weiß aber, dass es
mein erstes Öl-Gemälde überhaupt war,
seit ich keinen Kunst-Unterricht mehr hatte.
Den Titel bekam es, nachdem ein
Freund darauf anspielte, dass ich
mich dabei wohl an Amadeo Modigliani
"vergangen" hätte.
Tatsächlich war mir der Italiener
zu meiner Schande überhaupt nicht präsent.
Als ich mich dann schlau gemacht
hatte, habe ich mich für 
meinen Dilettantismus und die Naivität
schrecklich geschämt. Dennoch
hing es immer in unseren
diversen Wohnstätten:
Als Ansporn, mich beim Malen zu
verbessern. Danach wollte ich nämlich
auf die therapeutische Entschleunigung,
die mir das Malen verschaffte,
nicht mehr verzichten


 

Samstag, 23. November 2024

Bilder-Geschichten 67

Aquarell auf Bütten, Salivolpi 1984

Impressionen eines Toskanischen
Abends

Wie so oft vor Beginn des Sommers
war am Nachmittag ein 
gewaltiges Gewitter über Castellina
in Chianti, einem Schmuckstück der
Toskana, nieder gegangen.
Vom Pool des Salivolpi
haben wir uns allesamt mit 
Hund  in unser Doppelbett geflüchtet
 und bei Blitz und Donner Brotzeit (Spuntin
o)
mit Prosciutto Melone gemacht.
Als der Regenguss vorüber war,
bot sich mir  von der überdachten
Veranda diese Impression
im schwülfeuchten Dunst


 

Donnerstag, 21. November 2024

Bilder-Geschichten 66

Acryl, Gold/Silber-Bronze auf Malpapier
 konturiert mit Paint, München 2014


Jede Revolution frisst
ihre Kinder

Für dieses Wut-Bild entlehnte ich
die letzten Worte von Pierre Vergniaud.
Der Rechtsanwalt und Aktivist
der Französischen Revolution
starb am 31. Oktober 1793 unter
der Guillotine, weil er den blutigen
Kurs seiner Mitstreiter kritisiert hatte.
Im Original lautete er:
Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder!
Das war vor bald 300 Jahren und symbolisiert,
wie unfähig die Menschheit ist,
Errungenschaften der Verbesserung
auf Dauer zu bewahren.
Genau 25 Jahre nach dem Mauerfall
konterkarierte die PEGIDA-Bewegung
2014 die friedlichen Proteste der
DDR-Bürger, die zur  Wiedervereinigung
Deutschlands führte.
Aus Unverständnis und Wut, dass immer
wieder in der Historie nach jedem Umbruch,
auch verlässlich wieder eine
Konter-Revolution aktiviert wird,
entstand diese Darstellung,
die eigentlich ein Plakat werden sollte...
 

Dienstag, 19. November 2024

Bilder-Geschichten 65


 

Aquarell, Acryl, Konturstift auf Malkarton, München 2020

I LOVE SEAFOOD
Wenn mich die Hilflosigkeit
überwältigt, male ich eben
Wutbilder, um Dampf abzulassen.
Die meisten habe ich zerrissen
und nie eines aufgehängt:
Sie waren ja auch viel zu hässlich!
Ich gebe zwar nichts auf Astrologie,
aber als im Sternzeichen Fische Geborener
war Wasser von klein auf in jedem
Aggregatszustand mein Element.
Mein Großvater brachte mir
das Angeln bei und hinterließ
mir nicht nur eine stattliche Anzahl
von selbst gemachten Schwimmern
und Ködern, sondern auch Respekt
vor den Fischen und Amphibien.
Als ich einmal achtlos Abfall zurück warf,
der an meiner Angel hing, sagte er:
"Wenn sie 
das Wasser nicht sauber hält,
wird die Menschheit untergehen."

Samstag, 16. November 2024

Bilder-Geschichten 64

Buntstift auf Schreibmaschinen-Papier, Castello 2022


Der flüchtige Moment

Als der Bergstelz auf meiner Fensterbank
neben meinem Schreibtisch
zu Besuch kam, war natürlich
weder gutes Papier noch vernünftiges
Mal-Utensil verfügbar,
denn ich male ja normaler Weise
zwei Stockwerke tiefer in der Cantina.
Deshalb wurde ich seiner Agilität
und seiner Schönheit auch
mit meinen fahrigen Strichen nicht
wirklich gerecht. Aber ich
habe auch keinen Versuch gewagt,
ihn im Nachhinein noch zu verschönern.
Dann wäre es ja auch kein
flüchtiger Moment mehr gewesen...

 

Donnerstag, 14. November 2024

Bilder-Geschichten 63

Ölkreide, Acryl- und Aquarell-Farbe auf Mal-Karton, Castello 2011


Das goldene Tor anbeten,
aber nicht hindurch gehen können...

Nahezu im Wochentakt werden europäische und asiatische Metropolen vom sogenannten Islamischen Staat angegriffen, während die ehemals gefährlichste Terrororganisation der Welt, Al-Qaida, seit 2010 mit geringen Ausnahmen keine Anschläge mehr gegen den Westen verübt hat. Im Schatten des IS ist es Al-Qaida dabei allerdings gelungen, ein Netzwerk zwischen Subsahara-Afrika und Indien zu errichten, welches trotz des anhaltenden Anti-Terror-Kampfes westlicher Staaten, die Machtfülle der Organisation von 2001 weit übertrifft. Gleichzeitig hat sich die Strategie Al-Qaidas im Laufe der Jahre wesentlich verändert und ist zunehmend von einer Regionalisierung der Gruppe gekennzeichnet. Welche Auswirkungen dies auf die Bedrohung westlicher Gesellschaften hat, kann noch nicht abschließend beurteilt werden, aber es gilt,
die Organisation im Blick zu behalten.
Ulf Brüggemann und Yannik Schimbera
von der Bundesakademie für Sicherheitspolitik
https://www.baks.bund.de/de/arbeitspapiere/2017/al-qaida-seit-2011-kampf-gegen-den-fernen-feind-oder-regionalisierung
ganzer Text als PDF


 

Dienstag, 12. November 2024

Bilder-Geschichten 62

Aquarell/Acryl Mischtechnik,  Castello 2011



Die Quelle des Lebens finden,
aber nicht daraus trinken können...

Siehe alle meine Beiträge
zum Wasser-Notstand in allen Blogs

 

Samstag, 9. November 2024

Bilder-Geschichten 61

Mischtechnik Aquarell + Acryl, München 2011


Das Goldene Buch finden,
aber nicht darin lesen können

Ein Bild aus meiner "Können-Serie"
die zu einem Kalender für
Freunde werden sollte.
Angelegt auf 13 Blätter war ich nur
mit sechs fertige geworden,
von denen wiederum drei noch
irgendwo in unseren Haushalten
vorhanden, aber nicht aufzufinden sind.
Es geht darum, dass dem Menschen
gegeben wird, ihm aber viel zu oft
das nötige Können zum
achtsamen Umgang fehlt,

 

Donnerstag, 7. November 2024

Bilder-Geschichten 60


 

Ölkreide, Feder und Bundstifte auf Malkarton, Castello 2010er


Der "Omburgsmann"

Selten genug habe ich hier meine Beiträge
mit schnellen Skizzen begleitet.
Aber beim Srollen durch
meine Blogs stößt der Besucher 
schon auf einige, für die es keine treffende
Bebilderung gab.  Das ist ein typisches
Beispiel dafür, dass ich wohl
als Karikaturist keine Karriere
gemacht hätte. Aber es war der
Moment ab dem ich auf der Burg
gerne als Mittelsmann
zwischen den Touristen, den 
Residenten auf Zeit und den Einheimischen
herbei gerufen wurde:
Hier hatte ein Ureinwohner
einem Schwedischen Mieter auf
unserer verflixten Konsortiums-Straße
helfen wollen, den Wagen an den
oberen Dorfrand zu bugsieren.
Weil der Repräsentant der
nordischen Rallye-Nation sich
nicht blamiert wissen wollte,
stieg er in den Wagen des Helfers.
Aber mit Anfahren am Berg hatte
er es wohl nicht so, und schmorte
dessen gerade erneuerte Kupplung durch.
In Schweden gehen Parteien,
die sich nicht vor Gericht treffen wollen
zu einem professionell Schlichter
- dem Ombudsmann.
So wurde ich zum "Omburgsmann".




Dienstag, 5. November 2024

Bilder-Geschichten 59

Acryl auf Malkarton, München 2021


Die Midas-Misere

Meine Wutbilder entstehen immer in kürzester Zeit.
Deshalb gehen sie nur mit schnell trocknendem Acryl.
- Auch weil das Acryl-Gold schimmernder ist.
2021 war Korona-Jahr.
Da hat unsere Regierung mit Milliarden
 
an Steuergeldern Abzocker-Banken
gerettet, die heute wieder satte Gewinne
erwirtschaften, während viele 
kleinere Existenzen 
an den verordneten Quarantäne-Maßnahmen
scheiterte und sich in der Folge von der Pandemie
nicht erholen konnten.  Viele 
verschwanden für immer .
Ich wünschte wohl damals den Abzocker-Banken,
die zur Sanierung sogar Stellen abbauten  
und Dienst am Kunden quasi abschafften,
in dem sie viele Filialen schlossen, dass sie in ihrer
Gier nach "Shareholder Value" von der
Midas-Misere heimgesucht würden.
Der altgriechischen Mythologie nach
war König Midas, dem Vorbild aller Gierigen,
widerfahren, was Wikipedia auszugsweise
wie folgt zusammengefasst hat:
"König Midas wünschte sich von Dionysos,
dass alles, was er berührte, zu Gold würde.
Der Wunsch wurde ihm gewährt – wortwörtlich.
Alles, was Midas berührte, wurde zu Gold.
 Auch Speisen und Getränke,
sodass Midas zu verhungern drohte.
Deshalb bat er den Gott, die Gabe zurückzunehmen.
Dionysos riet ihm, im Fluss 
Paktolos zu baden,
auf den dann die Gabe übergehen werde,
sodass er zum goldreichsten Fluss 
Kleinasiens würde. 
Midas folgte dem Ratschlag. Da Dionysos
Wort gehalten hatte, konnte sich Midas von der
verhängnisvollen Zauberkraft befreien."
Leider war Angela Merkel nicht dionysisch,
 und Jens Spahn dachte aber wohl trotzdem, er sei Midas.
  Bis heute ungestraft  
haute er Milliarden raus, 
ohne annähernd, oder wenigstens vorübergehend, die
Zauberkraft eines Midas zur Verfügung zu haben.
Was für ein Segen, wäre es gewesen,
hätte er all die untauglichen und zu viel
gelieferten Masken in nachhaltiges Gold verwandelt...


 

Samstag, 2. November 2024

Bilder-Geschichten 58

Öl auf Leinwand, Castello 2001



Das Ende der Karawane

Vielleicht weiß ich da ausnahmsweise mal
etwas mehr als Wikipedia, und das
liegt eventuell
 an den unterschiedlichsten
Dialekten im Arabischen Raum:
Al-Manaah bezeichnete in ihrer astronomischen
Hochblühte vor rund 6000 Jahren
den schon erstaunlich präzisen sich an Sirius 
orientierenden Sternen-Kalender der alten Ägypter.
Nach meinen an Lagerfeuern in der Wüste
 erworbenen Kenntnissen wurde daraus durch zugeordnete,
für den Fremden kaum zu unterscheidende
Rachenlaute entweder das Firmament oder
ein Lager unter freiem Nacht-
Himmel.
Demnach wäre das von mir leider so nur
phonetisch empfangene "Al-Manaahemch"
der Ort, wo die Karawanen rasten.
Das kling eher nach dem Almanach,
mit dem im Deutschen ursprünglich allein eine
Sammlung von Bildern und Texten
bezeichnet wurde. Was logischer wäre,
weil früher solche Karawanen- Rastplätze der oft
einzige Quell für Nachrichten, Beschreibungen
aber auch sich fort spinnende Legenden gewesen ist.
Auch die Attribute meines Bildes entsprangen ja nicht der
Realität, sondern waren zusammen getragenes Hörensagen
von Kamel-Führern bei  Ausflügen  mit den
"Wüstenschiffen" auf der Sinai-Halbinsel und im  Negev:

Die verbliebenen Kamele auf meinem Bild haben flache
Höcker, was signalisiert, dass sie ihre Wasser-
und Kraft-Reserven so gut wie
aufgebraucht haben und deshalb auch keine Last
mehr tragen müssen. Der Karawanen-Führer
klammert sich, während er bei untergehender Sonne
die vermeintlich letzte Wegstrecke beginnt,
an den Schwanz des Kamels. Er vertraut
 dem Instinkt seiner Tiere,  auch bei Nacht den richtigen Weg
zu finden, mehr als seinen schwindenden Kräften.
An Last trägt er nur noch seine Flinte, mit der er die Qual
beim Scheitern kurz beenden könnte. -
Das klassische Ende einer verloren gegangenen Karawane...
.

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 57

Öl auf Leinwand, Planegg 1989




Das Mädchen vom
Eiin El Agder

Der Männer-Geschmack der Frauen weltweit
war zu meiner Reporter-Zeit höchst unterschiedlich.
Während mir die Frauen zuhause eher
selten Avancen machten, war mein Typ
von der Damenwelt gefragter, je weiter
ich nach Süden, Osten und auch in den Wilden Westen reiste.
Das war sowohl für die Damen
als auch für mich oft nicht ganz ungefährlich.
Bei dem Beduinen-Mädchen nahe dem
Heiligtum Eiin El Agder auf der Sinai-Halbinsel
male ich mir noch heute die Verwicklungen
aus, zu der die Tatsache geführt hätte,
dass die Tochter des Sheiks für
mich ihren Schleier gellüftet hatte, damit ich sie
in dieser Pose fotografieren konnte...
Nach der Übernachtung in dessen Gästehütte
waren 
wir auf einen nahen Berg gestiegen,
um Jahrtausende alte Stelen und
Überreste eines Tempels aus der
Zeit der Pharaonen zu besuchen.
Das Licht war gespenstisch, weil ein
Staubschleier die Sonne dazu brachte,
das normale rötliche Oker der Wüste
mit einer Zucker-und-Zimt-Glasur zu überzi
ehen.
Ich hatte beim Fotografieren gar nicht gemerkt,
dass ich weit hinter den Rest der Gruppe
im steilen Gelände zurück gefallen war, und
das Mädchen, das vielleicht 13, 14 Jahre
alt war, mich offenbar besorgt holen kam.
Da stand sie plötzlich vor mir und zog
mit diesem provozierenden Blick
ihren Schleier zur Seite. Ein Anblick, der
mich noch heute mit der Frage beschäftigt,
was aus ihr wohl geworden sein mag-
Wenn ich mich noch recht erinnere,
entstand das sehr blasse Foto kurz vor Weihnachten 1986.
Mirakel des Malens: auf meinem farbintensiven
Gemälde bleibt sie immer ein Teenie.
Wenn sie das karge Leben , in dem
die Frauen dort so schnell verblühen, 
überlebt hat,
ist sie heute Mutter oder gar Großmutter.
Aber sie könnte mit ihrem Clan auch Multimillionärin sein.
Falls ihr Vater mittlerweile seine Wasserrechte
teilweise abgetreten hat. Unter seinem weiten Stammes-Gebiet
wurde nämlich damals schon die größte
Süßwasser-Caverne Arabiens seismisch  geortet;
etwa von einer Kubikmeter-Zahl,
die der des Bodensees entsprochen hätte.
Ich habe kaum jemals köstlicheres Wasser getrunken
als aus dem Ziehbrunnen neben seinem Gästehaus..

 

Dienstag, 29. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 56

 

Öl auf Leinwand, Planegg in den 1990ern


The "Warshipper"

Komisch, von  dem Land meiner
Sehnsucht, Montana, habe
ich nur dieses "Traumbild".
Ich hatte immer so viel zu tun mit der
Vorbereitung von den Incentives,
die ich dort veranstaltet hatte,
dass ich nicht zum Fotografieren kam.
Die Wirtin von drei Traditions-Saloons
in der historischen Westernstadt Whitefish,
eine Sioux 
namens Maggie, 
war derart angetan, dass sie erst von mir
abließ, als ich ihr erzählte, dass ich eine Tochter
habe, die auch Maggie genannt werde
und ebenso schön sei, wie sie.
Das mächtige Weibsbild mit ähnlicher Figur,
und Länge, wie ich sie damals noch hatte,
war mit einem halb so großen
Stammesbruder verheiratet, der das
mit einer  pechschwarzen Harley Davidson Electra
kompensierte, die er mir unbedingt zeigen musste.
Dabei raunte er mir zu, dass er mich
mit ihr in die ewigen Wälder (Jagdgründe?) führe,
wenn ich sein Weib nicht in Ruhe ließe.
Als ich dann mit meinen Gästen
ein Jahr später wieder kam, war alles vergessen.
Ich widmete ihm dieses
psychedelische Gemälde und nannte
es nicht "Worshipper", den Anbeter,
sondern "Warshipper", den Kriegsschiffer...

Samstag, 26. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 53 - 55

Und immer wieder die Pfauen:



Oben: Öl auf Leinwand, Fakse Ladeplads Dänemark 1984
Mitte: Aquarell auf Büttenpapier, Castello 2001
Unten: Öl auf Leinwand, Castello 2011, ein Geschenk an Muse Mirella


Der Pfauenkönig von Gilleleie
Pavone 01
Radschlag in Japanischem Garten

Die ganze Geschichte findest Du unter folgendem Link


https://briefevonderburg.blogspot.com/2011/09/wie-kann-man-nur-einen-pfau-essen.html


Donnerstag, 24. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 51 und 52


 
Beide Öl auf Leinwand gespachtelt, Podere La Bricola 1996

Podere La Bricola

Es war für lange Zeit der letzte Urlaub
als Familie unter einem Dach.
Ein völlig isolierter Landsitz in der
toskanischen Maremma, den
wir von Bekannten aus der Nachbarschaft
gemietet hatten. Mit zwei Teenies
in derartiger Einsamkeit - konnte das
gut gehen? In der Rückbetrachtung
waren die vier Wochen sogar
noch harmonischer als zuvor die Bootsferien
in Irland und der Bretagne.
Jeder durfte die Musik, die er liebte,
so laut spielen, wie er wollte.
Abends starrten wir in Liegestühle
träumend in den unendlich klaren
Sternen-Himmel - wenn wir
nicht bis zur Bewusstlosigkeit die
damals angesagten Spiele spielten.
Nur einer tanzte aus der Reihe,
und das war unser notgeiler
Terrier Papageno. Er hatte in vier
Kilometer Entfernung an der Landstarße
eine Hundedame erschnüffelt
und haute ab, wann immer
wir für einen Moment nicht aufpassten.
Deine Mutter, die hier an der Säule
lehnt, war nach pubertärer Pummeligkeit
zu strahlender Schönheit gereift,
wollte sich aber nicht mehr von
mir malen lassen. So sind diese
beiden Bilder die einzigen normalen
aus dieser Zeit. Ansonsten widmete
ich mich mit meiner Polaroid
experimentell verfälschten 
Darstellungen, die ich zu Tableaus
verklebte. Gut, dass davon keines
überlebt hat. Irrungen und Wirrungen eben!



Montag, 21. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 50

 

Öl auf Leinwand, Planegg 1988

La Fenice et des Artistes

Mehr als ein Jahrzehnt sind Deine
Großmutter und ich zusammen
mit der legendären Tante B. und
ihrem Mann alljährlich über den
1. November nach Venedig gepilgert.
Im Hotel mit dem französischen
Namen direkt neben der historischen Oper
hatten wir immer die Zimmer 1 und 2.
Auch der gesamte Aufenthalt
folgte stets einem gewissen Ritual.
Das wurde durchbrochen, als
ich für meine Reportage "Venedig im Winter"
beim 1. wiederbelebten "Carn
evale"
zu Beginn der 1980er dabei war.
Das Gemälde zeigt den Platz vor
dem Theater, der schon damals
zum mitternächtlichen Plauschen
besonders beliebt war.
Fragte mich jemand, welches meiner
Bilder mein persönlicher Liebling sei:
Meine Wahl fiele auf dieses.
Der romantisierte Moment einer
verflossenen Liebe...

Samstag, 19. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 49

Öl auf Leinwand, Planegg 1980er

Der Sandoliere

Wer im Zusammenhang mit Venedig
von Booten spricht, denkt
natürlich zuerst an die Gondeln
und an die Gondoliere in ihren
gestreiften Hemden und den
Stroh-Hüten auf dem Kopf.
Mein großformatiges Gemälde
hier im Glashaus sollte daran
erinnern, dass auf den Kanälen
und in der Lagune ohne den flachen
Sandolo vor der Motorisierung nichts
funktioniert hätte. Ob für Lieferungen, 
Fischfang oder Transportmittel
der einfachen Leute - das flache,
viel wendigere Boot, war einst allgegenwärtig
wie ihre Bootsleute, die sie mit
der selben Technik ruderten wie die Gondola.
Den "Sandoliere" habe ich gewissermaßen
als Hommage an meine verlorene Liebe zur
Lagunen-Stadt mitten durch die
"Symbole der Serenissima" fahren lassen


 

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 48

Mischtechnik Acryl, Öl, Bellini-Gold und Gouache, Castello um 2020


Mit Zuckerbrot und Peitsche

Vermutlich werden sich in ein paar
Jahrzehnten nur noch wenige,
elitäre Philosophie-Studenten
mit Friedrich Nietzsche beschäftigen.
Mein Lebenslauf wurde von dem
stets heftig interpretierten Philosophen
auf merkwürdig aphoristische Weise
immer wieder tangiert. 
Im Rückblick denke ich da an Vorsehung :
Es begann damit, dass ich als
Verlagslehrling im dritten Jahr
in der Herstellung die Druck-Fahnen
einer Taschenbuch-Neuauflage
von "Also sprach Zarathrustra"
mit Tipometer und Bleistift
umbrechen musste. Heute
geht das mit dem Computer 
auf Knopfdruck, aber damals
musste man - wenn Seiten-Kopf
und -Fuß nicht glatt begannen oder endeten -
bei Werktreue als Vorgabe detailliert lesen,
um "Schusterjungen" und
"Hurenkinder" zu vermeiden...
Ich stand damals mehr auf Hermann Hesse.
Aber dann blieb von dieser "Zwangslektüre" 
doch überraschend viel hängen, obwohl ich
 Nietzsche 
da schon nicht ganz folgen
konnte und vieles für überholtes
Altmänner-Geschwafel hielt.
Keine zwei Jahrzehnte später trat eine
junge Frau leider viel zu kurz in mein
Leben, die unter international anerkannter,
fachlicher Beurteilung eine mit
magna cum laude ausgezeichnete
Doktorarbeit über Nietzsches
"vita femina" verfasst hatte.
Sie konnte aber überqualifiziert dennoch
keine Arbeit finden und hatte sich
als Chef-Sekretärin bei mir beworben.
Um es kurz zu machen: Sie verließ
mich als beste Schlussredakteurin ever
 ein paar Jahre später,
um in Berlin ein Buch zum
Tempelhof-Jubiläum heraus zu geben.
Kurze Zeit später starb sie - quasi
wie ein Kind den "Sudden Infant Death".
Für immer sind mir unsere meist
witzigen Interpretations-Kabbeleien
über diverse Aphorismen in Erinnerung
geblieben.  Vor allem wenn es um
Nietzsches viel zitierten Spruch ging:
"Wenn du zum Weibe gehst,
vergiss die Peitsche nicht!"
Ich bin immer noch der Meinung,
dass er damit die "Geißel" Syphilis
meinte, an der der  Philosoph kläglich
eingegangen ist. Aber es war eben
auch die Zeit von Bismarcks Politik
mit "Zuckerbrot und Peitsche",
unter der Intellektuelle im
19. Jahrhundert zu leiden und gegen die
sie sich verklausuliert zu wehren hatten.
Mein ironisch gemeintes Bild,
war eigentlich zu meinem Manuskript
"Strohfeuer" gedacht (hier in diesem Blog
 veröffentlicht), in dem ich ihrem
weiblichem Genie als Figur in meiner
Erzählung ein Denkmal setzen wollte.

Dienstag, 15. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 46 und 47

Pattys Hummer

Öl auf Leinwand, Castello 2019

Die kleine Scharfe
Ich weiß leider nicht mehr
welche meiner zahlreichen
"Küchenbilder" wo und bei wem
hängen. Ich habe sie Jahrzehnte lang
verschenkt, wenn mir zu besonderen
Anlässen nichts besseres
 
als Mitbringsel eingefallen war.

Von den beiden weiß ich es
allerdings ganz genau:

Sie waren Geschenke an
meine
 Freundin Patty und ihren Mann.
Sie 
dekorierten mit weiteren
meiner Bilder bis zu ihrem 
Umzug
deren Küche auf der Burg.

In ihrer neuen Superküche, unten
in Porto Maurizio, hält sie nun
Kochkurse über italienische Gerichte ab.
Ob sie dort noch mal hängen werden,
glaube ich daher eher nicht.
Aber in meine Blogs passen
sie ja digitalisiert noch allemal!
Der Vorletzte meiner gepanzerten
und dann aus Reue verewigten
 "Gaumenfreunde" wurde in gleicher
 Technik ebenfalls - aber ein paar Jahre
 zuvor -
 mit 
Öl auf Leinwand in meinem
Studio 
auf der Burg "verewigt".




 

Freitag, 4. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 45

Aquarell auf Bütten, Planegg 1990er

Der letzte Anstieg

Vom Jahr der Geburt Deiner
Mutter an bis zu ihrer Einschulung
im Gymnasium bin ich auf  einem
Rennrad mindesten dreimal
die Woche von Planegg aus
die Runde über Gauting,
durch das Würmtal, hinauf nach
Leutstetten  und zurück über
Unterbrunn geradelt. 
Dieser Anblick verriet mir,
dass das lange, mühsame Bergauf
oben ein erlösendes Ende haben würde.
So hat er sich in meiner Erinnerung
fest gesetzt. Leider ist es mir
auch mit Ölfarben oder Kreide
nie gelungen, dieses einmalig leuchtende Gelb
eines blühenden Rapsfeldes
auf meinen Bildern festzuhalten.

 

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 43 und 44


Manche Autoren schmücken sich gerne mit fremden Federn. Dilettantische Maler wie ich, versuchen gelegentlich Stile von Könnern nachzuahmen.  Aber Schmücken mit "fremden Pinseln" kann man dieses "Abkupfern" nicht gerade nennen...

Öl auf Leinwand,
Planegg 1990er

Klimts Muse

Da war das Drama um die 
Goldene Variante von
Gustav Klimts Model
aus noblen Hause,
die der Raubkunst anheim
gefallen war. Aber es war
eher die Ausstellung seines
Werkes, die ich in Venedig sah,
die mich animierte. Welch meisterhafte
Produktivität in Klimts
derart dramatisch kurzem Leben!
Ich war versessen auf die Sinnlichkeit
dieses Gesichtes und bin kläglich
daran gescheitert, sie in meiner
Studie nur annähernd zu treffen.
Ich habe sie trotzdem
schön rahmen lassen. Sie hängt hier 
bei meinen Schönheiten
-wie auch die Dame unten.




Migräne

Ich weiß nicht mehr,
wieso ich dieses Bild  so
genannt habe. Es entstand
in dem für mich so turbulenten
Jahr 2000 im Kreis meiner
Strandclique an der
Atlantikküste. Ich weiß
auch nicht, ob der
Maler Jean-Francois G. 
noch lebt oder sich
jemals geoutet hat. Jedenfalls
wird das Beachgirl
vom FKK-Strand auch wohl
kaum noch so aussehen.
Der Künstler wurde
von Damen umschwärmt,
 deren Körper er rasant in Skizzen
zu Papier brachte. Interessiert war er
 aber eher an den
Kerlen im Adamskostüm, 
weshalb er mich ohne Eifersucht
partizipieren ließ und
mir nebenbei Tricks seiner 
überwiegend monochromen  
Maltechnik verriet.
Leider brach der Kontakt 
durch unseren Umzug nach Italien
noch im selben Jahr ab.
Meine Skizze wurde erst  in
Castello zum monochromen 
Ölgemälde. Übrigens
mein einziger Akt nach
lebendem Vorbild.







Dienstag, 1. Oktober 2024

Bilder-Geschichten 42

Öl auf Leinwand, Planegg/Castello 09/10

Die letzte Frucht
am Baum der
Erkenntnis

Wieder so ein Alptraum-Bild!
Das passiert wenn christliche
Symbolik im Kopf
eines Agnostikers rotiert:
Was konnten die Menschen sich 
nur alles vom neuen Jahrtausend erhoffen:
Die Vorzeichen waren

doch so günstig gewesen. Aber
dann die ernüchternde Realität!
Die letzte Frucht am Baum der Erkenntnis
 ist bereits 
angebissen, das Fegefeuer entfacht,
der Himmel bedeckt 
von dessen Qualm,
die Tiere auf der
Flucht - und die Menschheit 
stemmt sich im guten Glauben
gegen den Untergang, den sie
selbst mit Kriegen und ihren Sünden
 
wider die Natur herauf  beschworen hat.
Nur die kalte Schlange der Versuchung
ringelt 
sich da wohlig im
sie wärmenden Sündenpfuhl 

 

Samstag, 28. September 2024

Bilder-Geschichten 41

Öl auf Leinwand, gespachtelt, Castello 2001


Aloe Vera

Dieses ist tatsächlich das erste
Bild, nachdem in in Ligurien
wieder mit dem Malen 
angefangen habe. Ich war wegen
anstehender Handwerkarbeiten
für einige Tage auf der Burg,
als mir dieses seltene Natur-Ereignis
am Ende des Winters widerfuhr:
Auf dem Höhenweg entlang
des Steilufers unterhalb von
Porto Maurizio stand über
mir dieser Wald aus blühenden
Kerzen der Aloe Vera. 
Noch weiter oben breitete die
schneeweiße Christus-Statue
ihre Arme aus, als wollte
sie diese Pracht auf einmal pflücken.
Jahre später war es mir zu
Gewohnheit geworden, nach
dem Baden in der kleinen Bucht von
Borgo di Foce unterwegs einige
Blätter abzubrechen, um mir
mit deren Saft einen möglichen
Sonnenbrand zu kühlen.
Das ist besser als jede Lotion
und wirkt sofort lindernd.
Auch muss man dabei kein schlechtes
Gewissen haben, denn in so einer
Ideal-Lage wuchert die genügsame 
Aloe Vera wie Unkraut:
Sowohl unter der Erde durch
ihre zahlreichen Ableger aus ihren
Wurzeln als auch  durch hunderte
 von Samen aus ihren dichten Dolden.

 

Donnerstag, 26. September 2024

Bilder-Geschichten 40

 

Traumbild, Öl auf Leinwand, Castello um 2014



Der traurige Fischer
vor der Insel
der Glückseligkeit

Ich war einst dazu angehalten,
ein paar Mal pro Woche
meine Träume aufzuschreiben.
Damit sollte meine Seele gesunden.
Manche Träume waren so bunt,
dass es besser gewesen wäre,
sie zu malen. Bei einigen habe
ich das geschafft, aber,
viel farbenprächtigere hätten
das auch verdient gehabt. 
So kreisen sie immer noch  in
meiner Erinnerung herum.
Ich habe wohl an die hundert
Inseln in meinem Leben bereist.
 Oft war ich auch ein trauriger,
weil nicht sehr erfolgreicher
Fischer.  - Dennoch habe ich auf
dem Meer meist meine 
glücklichsten Momente gehabt.
Auch Segeln war so eine Leidenschaft.
Von Feen, Lichtgestalten und Elfen
habe ich leider nur geträumt.
Dieses mir heute selber 
mystisch erscheinende Bild ist ein
"Psychodelischer Cocktail" meiner selbst.
Aber als ich es malte, war ich nicht "high"!



Montag, 23. September 2024

Bilder-Geschichten 39


 

Selbstbildnis, Öl auf Leinwand, Planegg 1984


Der Hofnarr

Dieses Selbstbildnis entstand in
den ersten Lebensjahren deiner Mutter
und nachdem auch dein Onkel
das Licht der Welt erblickt hatte.
Es stellt mich und meine damalige
Situation mit einiger Ironie
infrage:  freiberuflicher
Alleinverdiener mit gerade
erworbenen Reihenhaus im
Münchner Speck-Gürtel,
und dann auch noch zwei Kinder?
Nur ein Narr geht solche Risiken ein.
Es wäre leicht, zu sagen,
wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Gewonnen zwar, aber auf Kosten
der Kinder. Ich hätte ein
besserer Vater sein müssen.
Wie gut, dass es deine
fürsorgliche Oma gab.

Samstag, 21. September 2024

Bilder-Geschichten 38

Aquarell auf Bütten um 2011

Gewitter über Porto Maurizio

Manchmal, wenn ich mit meinem
Fischerboot zu weit draußen war,
ging es mir - wie auf diesem Aquarell -
mit dem aufziehenden Gewitter fast zu schnell.
So bald sich an der Kimmung
das Wasser schwarz verfärbt, heißt es 
unverzüglich: Zurück in den sicheren Hafen!
Einmal war der Swell vor der Mole
 bereits so hoch wie die Kajüte meiner "L'Ultima".
Da surfte ich dann beim Einlaufen in den Hafen
regelrecht zur Pier hinunter...

Donnerstag, 19. September 2024

Bilder-Geschichten 37


DINA3- Plakat während Donald Trumps Präsidentschaft: Acryl auf Mal-Karton



The Starsprangled Copperhead

Irgend eine bissige Gehässigkeit
- verpackt in einer Lüge - muss
der POTUS da wieder einmal
raus gelassen haben, die mich
spontan  zu dieser Assoziation 
veranlasst hat. Aber der einst und
vielleicht bald wieder mächtigste
 Mann der Welt hat ja während
und nach seiner Amtszeit  so viele
Absurditäten von sich gegeben,
dass vermutlich auch Chronisten
den Überblick verloren hatten.
Wenn Du anfängst, politisch zu
denken, ist der Mann längst Geschichte.
Ob im Guten oder im Bösen
werde ich vermutlich nicht mehr
erleben. Mal sehen, ob ich
das Plakat in ein paar Monaten, 
nach dem ich das hier geschrieben habe,
wieder hervor holen muss.

Quelle: pixabay
Die Nordamerikanische Copperhead
ist keine tödliche Giftschlange.
Ihr Gift bereitet jedoch ziemlich
anhaltende Schmerzen und kann
zeitweise zu Verwirrungen führen


Dienstag, 17. September 2024

Bilder-Geschichten 36


 
Doppelgrafik Acryl, Gouache und Silber-Bronze auf Mal-Karton 2015

Die Flucht


Grafik zum Post vom 9.12.2015
auf dem Blog "Sterine aus den Glashaus"
die IMMIGRATION betreffend.
Schau doch mal nach, ob es den
noch gibt, wenn du das liest.
Ich hoffe, dann bist du als
gebürtiger Münchner
nicht oder nicht mehr wegen
deines Aussehens angefeindet worden...


Samstag, 14. September 2024

Bilder-Geschichten 35

Gouache, Kreide, Bleistift, Tuschfeder auf Malplatte: Castello Jahrtausend-Wende





Die Mitläufer

Meine grafischen Bilder
- meist politischer Natur - sind
abgesehen von "Digitally Your's" 
überschaubar und vergilben in
irgendwelchen Schubladen in München
oder Castello. "Die Mitläufer"
dürfte meine meistgesehene Grafik sein,
weil sie seit der Jahrtausend-Wende
immer wieder aktuell für Posts zu diversen
Situationen weltweit passte.
Es ist eines der wenigen meiner Bilder,
die bei euch in der Wohnung 
im Galerie-Gang hängen...

 

Mittwoch, 11. September 2024

Bilder-Geschichten 34

Claus Deutelmoser: Blick vom "Gatto Nero" auf Burano,  Aquarell 2005


Claus Deutelmoser: Sterbende Sehnsucht, Venedig, Digitally Your's 1990er

Venezia - vom Traum zum Alptraum

Diese beiden Bilder präsentiere ich deshalb
zusammen, weil mich die Digitalisierung
der Fotoapparate fast auf einen
kreativen Irrweg geführt hätte.
Als ich erstmals mit einer Disketten-Kamera
von JVC vom Vaporetto aus Bilder aufnahm,
wurde ich noch ungläubig bestaunt. Ich wusste,
dass die digitalen Fotos da noch zu keiner
Veröffentlichung taugten, aber sie beflügelten
meine Vorstellung, daraus mit Filtern
und Verfremdung eine eigene Form des Ausdrucks
zu entwickeln. Die nannte ich in Anspielung
an das Schreiben von Postkarten "Digitally Your's".

Aber so wie sich meine Sehnsucht nach der
Lagunenstadt bei meinen alljährlichen
Besuchen immer weiter durch den Rummel
der viel zu großen Kreuzfahrt-Schiffe
und den industriellen Dunst auflöste,
so drängte mich die Digitalisierung aus den
letzten Jahren meines fotografischen Schaffens.
Das Aquarell oben, das nach dem
letzten Besuch in meinem Lieblingsrestaurant
"Gatto Nero" auf der Insel Burano
entstand, war schon wie ein Befreiungsschlag
von "Digital Artwork" und jetzt drohender KI

Dienstag, 10. September 2024

Bilder-Geschichten 33

Öl auf Leinwand, Castello 2003

 


Herbst im Apennin

Wiedermal nur eine Momentaufnahme
im Kopf.  Ein kurzer Seitenblick
auf einer kurvigen Straße im
Licht der aufgehenden Sonne.
Keine Möglichkeit am Straßenrand
zu parken, um das ganze zu 
verinnerlichen. Den Ausblick, der ja
nicht weit von hier gewesen sein muss,
habe ich nie wieder gefunden.
Wenn ich aus dem Kopf male,
wirken meine Bilder immer so naiv.
Heile Welt eben, aber verwirrt
von der zusätzlich zu verinnerlichenden
Sprache - die falsche Bildunterschrift.

Im Italienischen wird der Apennin
Appennino geschrieben.
Also zwei Fehler in einem Wort!
Setzen sechs! Es ist aber eben auch nur
ein sehr kleines Bild aus der Erinnerung...
Ein, zwei Wochen noch, dann verkündete uns
die Verfärbung der Steineichen und Erlen, dass der
alljährliche, immer schmerzliche Aufbruch
in das andere Leben nahte.


Freitag, 6. September 2024

Bilder-Geschichten 32

Öl auf Leinwand, Fakse Ladeplads, Dänemark 1984


Mogul mit Kakadu

Ich hatte auf der ausgedehnten 
Indien-Reise fünf Jahre zuvor
vor dem Flug nach Hause
einen angeblichen Mogul-Pfau
bei einem meinem Reisebegleiter
vertrauten Antiquitäten-Händler
erworben. Von Anfang an
hatte ich zweierlei Bedenken:
Wieso brauchte ich keine
Ausfuhrpapiere und weshalb
war der Preis so günstig gewesen?
Damals gab es noch kein Internet
fürs Nachrecherchieren. Also
hatte ich beim Familien-Urlaub
in Dänemark Lektüre über die
Zeit der Mogul-Herrschaft
auf dem Indischen Subkontinent dabei.
Je mehr ich über diese las,
desto mehr war mir klar, dass
mein Pfau nie und nimmer aus
der Zeit stammen konnte,
als das Mogul-Reich um 1700
fast ein Drittel der damaligen
Weltbevölkerung in
seinen Grenzen versammelte.
Zudem war ich inzwischen
im Bildschnitzer-Dorf Ubud
auf Bali gewesen, wo im 
Mogulstil Tiere aus Palmenholz
geschaffen wurden, die auf die 
gleiche Weise zerlegt werden
konnten wie mein Pfau.
Ich habe mich wegen des Kaufs
dennoch nie gegrämt, weil ich
in Ubud zu ihm passend ein
Schaukelpferd, eine Gazelle und
merkwürdige Vögel
für Deine Mutter und Deinen
Onkel gekauft habe.
Die Schiffsfracht hat dann
inklusive Verkaufspreis in etwa
soviel gekostet wie der Pfau in Delhi.
Das Ensemble - mit Ausnahme,
des lebensgroßen und daher stets
zu gefährlichen Schaukelpferdes -
steht nun seit 45 Jahren dekorativ
hier auf der Burg in der "Salla".
Und es reut mich kein Bisschen.
Der anhand von Beschreibungen
am Ostsee-Strand  aus meiner
Phantasie entstandene Mogul
hingegen erfreut seither
majestätisch unsere Essensgäste
 aus  "aller Herren" Länder...