Öl auf Leinwand, Fakse Ladeplads, Dänemark 1984
Mogul mit Kakadu
Ich hatte auf der ausgedehnten Indien-Reise fünf Jahre zuvor vor dem Flug nach Hause einen angeblichen Mogul-Pfau bei einem meinem Reisebegleiter vertrauten Antiquitäten-Händler erworben. Von Anfang an hatte ich zweierlei Bedenken: Wieso brauchte ich keine Ausfuhrpapiere und weshalb war der Preis so günstig gewesen? Damals gab es noch kein Internet fürs Nachrecherchieren. Also hatte ich beim Familien-Urlaub in Dänemark Lektüre über die Zeit der Mogul-Herrschaft auf dem Indischen Subkontinent dabei. Je mehr ich über diese las, desto mehr war mir klar, dass mein Pfau nie und nimmer aus der Zeit stammen konnte, als das Mogul-Reich um 1700 fast ein Drittel der damaligen Weltbevölkerung in seinen Grenzen versammelte. Zudem war ich inzwischen im Bildschnitzer-Dorf Ubud auf Bali gewesen, wo im Mogulstil Tiere aus Palmenholz geschaffen wurden, die auf die gleiche Weise zerlegt werden konnten wie mein Pfau. Ich habe mich wegen des Kaufs dennoch nie gegrämt, weil ich in Ubud zu ihm passend ein Schaukelpferd, eine Gazelle und merkwürdige Vögel für Deine Mutter und Deinen Onkel gekauft habe. Die Schiffsfracht hat dann inklusive Verkaufspreis in etwa soviel gekostet wie der Pfau in Delhi. Das Ensemble - mit Ausnahme, des lebensgroßen und daher stets zu gefährlichen Schaukelpferdes - steht nun seit 45 Jahren dekorativ hier auf der Burg in der "Salla". Und es reut mich kein Bisschen. Der anhand von Beschreibungen am Ostsee-Strand aus meiner Phantasie entstandene Mogul hingegen erfreut seither majestätisch unsere Essensgäste aus "aller Herren" Länder... |
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