Sonntag, 27. April 2025

Wie wird es weiter gehen?

 Der Wonne-Monat Mai wird für mich zum Warte-Monat: In Wartezimmern sowie vor und nach der OP.

Wird alles Böse aus mir heraus geschnitten oder werde ich von diesen kleinen Monstern zerfressen auch noch auf das Ende warten müssen?
So lange mir in den Zwischenzeiten die Laune bleibt, werden ich weiter schreiben. Sollte das Warten belohnt werden und die Ärzte grünes Licht geben, könntet Ihr nach den Pfingstferien auch wieder "Briefe von der Burg" bekommen.

Bleibt mir bitte gewogen, auch wenn die Posts nicht mehr im gewohnten Rhythmus kommen

Sonntag, 5. Januar 2025

Bilder-Geschichte 74

Öl auf Leinwand, Planegg 1986


Rendezvous in Ronda

Noch immer halte ich diesen 
historischen Ort in Andalusien
für einen der spektakulärsten
auf Erden, selbst wenn ich als
Maler an ihm gescheitert bin.
Es ist eine typische Charakterschwäche
Deines Großvaters, große Dinge
anzugehen, um an ihnen zu scheitern:
Da Du ja schon so gut Englisch kannst,
verstehst Du diese Formel: 
"Starts off well, but can't keep in on!"
Mit 180 mal 120 cm war es
zu groß angedacht. Als ständige
Mahnung, kleinere Brötchen zu backen,
hängt es in unserem Münchener
Schlafzimmer über dem Bett


 

 

Samstag, 4. Januar 2025

Bilder-Geschichten 73

Öl auf Leinwand durch Abschaben verworfen, Porto Maurizio 2005


Borgo Foce

Mitten unterm Malen wurde
die alte Brücke über das
Flüsschen Prino durch eine
neue Holzarchitektur ersetzt.
Natürlich wollte ich das
für die Nachwelt festhalten,
aber das Bild blieb unvollendet.
Was wiederum einem Nachbarn
im Borgo so gut gefallen hat, dass
es jetzt bei ihm hängt

 

Freitag, 3. Januar 2025

Bilder-Geschichten 72

Öl auf Leinwand, Positano 1984


Sehnsuchtsort Positano

Den Blick von der angemieteten
Wohnung oberhalb des
Fornillo-Strandes musste ich
einfach malen, denn in jener Zeit
hielt mich nur meine laienhafte
Malerei davon ab, heftigen
Depressionen zu verfallen.
Heute erinnert mich dieses Bild daran,
dass seelische Tiefs überwunden
werden können, wenn es nur der
Familie so gut geht wie uns damals

 

Donnerstag, 2. Januar 2025

Bilder-Geschichten 71

Öl auf Leinwand, Planegg 1983

Meeresfrüchte vor dem Verzehr

Als er dieses Bild bei der legendären
Tante B. zum ersten Mal sah,
meinte der Gründer der Akademie U5,
der Grafik-Designer Max Condula,
dass keiner seiner damals aktuellen Schüler
in der Lage gewesen wäre, so zu malen.
Vielleicht hat Deine stets abstrakter
 malende Mutter, selbst Absolventin der U5, 
dieses - wie alle meine nahe an der
Realität gemalten Bilder  - deshalb nie gemocht

 

Samstag, 30. November 2024

Bilder-Geschichten 70

Collage auf Leinwand, Planegg 1993


Die Einstein-Übermalung
Regelmäßige Leser meiner Posts
mussten sie schon des Öfteren ertragen:
Sie ist die einzige meiner Collagen,
die mich an mein politisches Denken erinnert
und überlebt hat. Ich sehe sie jeden
Morgen, denn sie hängt im Schlafzimmer.
Gerade jetzt erneuert sie meine
Angst, es könnte im nächsten Weltkrieg 
die dritte Atom-Bombe fallen.
Egal ob Putin oder Trump auf  den
"Buzzer" drückt: - Fiele sie,
gäbe es wohl nicht mehr viel zum
Thema Glaube und Wissen zu überdenken.
Als die Collage entstand, war gerade
einmal wieder eine Diskussion über 
Einstein und "seine" Religion entbrannt.
Ich als Agnostiker stellte mir vor,
dass das Genie versucht haben könnte,
die Dreifaltigkeit als physikalische
Formel zu errechnen - wie einst E =mc2.
Die zwei Atom-Pilze im Hintergrund
stehen für Hiroshima und Nagasaki.
Für einen dritten war zumindest in
meinem 
damaligen Denken kein Platz
mehr, weil da die Welt doch noch
auf einem 
so guten Weg zu sein schien...


P.S. Für dieses Jahr war es das erst einmal mit Bilder-Geschichten.
Jetzt muss ich mich wieder mit dem alljährlichen, ultimativen Adventskalender 
auf "Steine aus dem Glashaus" konzentrieren

Donnerstag, 28. November 2024

Bilder-Geschichten 69

Öl auf Leinwand, München Ende der 1970er

La Notte Veneziana

Aller Anfang ist schwer! Nachdem 
wir uns angewöhnt hatten, jedes Jahr
über Allerheiligen nach Venedig
zu pilgern, versuchte ich beinahe
ein Jahrzehnt lang, meine
romantischen Eindrücke von der
"Serenissima" wieder daheim aus der
Erinnerung auf die Leinwand zu
bringen. Da mischten sich dann
Erlebtes, Gelesenes und Erforschtes
ziemlich naiv durcheinander.
Der Stadtteil Canaregio hat es mir
immer besonders angetan,
aber auch die Legende um
Paolo Antonio Labia, der den
letzten der großen Paläste Venedigs
errichten ließ. Er soll so unermesslich
reich gewesen sein, dass er
bei Banketts die goldenen Teller in
den Kanal warf, von denen er
nicht noch einmal essen wollte.
Überliefert, aber historisch
nicht bestätigt war sein Hunger
nach Weiblichkeit, der täglich  von seiner
Dienerschaft aufs neue gesättigt
werden musste. Genau genommen
wäre diese eines meiner "Märchenbilder",
die ich aber da noch nicht für meine
Kinder gemalt habe - wie die dann folgenden.
Wir hatten uns damit abgefunden,
kinderlos zu bleiben, aber
dann kam als Weihnachtsgeschenk
vor 45 Jahren Deine Mutter zur Welt!
Das war's dann mit dem
alljährlichen Venedig-Besuch