Samstag, 2. November 2024

Bilder-Geschichten 58

Öl auf Leinwand, Castello 2001



Das Ende der Karawane

Vielleicht weiß ich da ausnahmsweise mal
etwas mehr als Wikipedia, und das
liegt eventuell
 an den unterschiedlichsten
Dialekten im Arabischen Raum:
Al-Manaah bezeichnete in ihrer astronomischen
Hochblühte vor rund 6000 Jahren
den schon erstaunlich präzisen sich an Sirius 
orientierenden Sternen-Kalender der alten Ägypter.
Nach meinen an Lagerfeuern in der Wüste
 erworbenen Kenntnissen wurde daraus durch zugeordnete,
für den Fremden kaum zu unterscheidende
Rachenlaute entweder das Firmament oder
ein Lager unter freiem Nacht-
Himmel.
Demnach wäre das von mir leider so nur
phonetisch empfangene "Al-Manaahemch"
der Ort, wo die Karawanen rasten.
Das kling eher nach dem Almanach,
mit dem im Deutschen ursprünglich allein eine
Sammlung von Bildern und Texten
bezeichnet wurde. Was logischer wäre,
weil früher solche Karawanen- Rastplätze der oft
einzige Quell für Nachrichten, Beschreibungen
aber auch sich fort spinnende Legenden gewesen ist.
Auch die Attribute meines Bildes entsprangen ja nicht der
Realität, sondern waren zusammen getragenes Hörensagen
von Kamel-Führern bei  Ausflügen  mit den
"Wüstenschiffen" auf der Sinai-Halbinsel und im  Negev:

Die verbliebenen Kamele auf meinem Bild haben flache
Höcker, was signalisiert, dass sie ihre Wasser-
und Kraft-Reserven so gut wie
aufgebraucht haben und deshalb auch keine Last
mehr tragen müssen. Der Karawanen-Führer
klammert sich, während er bei untergehender Sonne
die vermeintlich letzte Wegstrecke beginnt,
an den Schwanz des Kamels. Er vertraut
 dem Instinkt seiner Tiere,  auch bei Nacht den richtigen Weg
zu finden, mehr als seinen schwindenden Kräften.
An Last trägt er nur noch seine Flinte, mit der er die Qual
beim Scheitern kurz beenden könnte. -
Das klassische Ende einer verloren gegangenen Karawane...
.

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