Beide Öl auf Leinwand gespachtelt, Podere La Bricola 1996
Podere La Bricola
Es war für lange Zeit der letzte Urlaub als Familie unter einem Dach. Ein völlig isolierter Landsitz in der toskanischen Maremma, den wir von Bekannten aus der Nachbarschaft gemietet hatten. Mit zwei Teenies in derartiger Einsamkeit - konnte das gut gehen? In der Rückbetrachtung waren die vier Wochen sogar noch harmonischer als zuvor die Bootsferien in Irland und der Bretagne. Jeder durfte die Musik, die er liebte, so laut spielen, wie er wollte. Abends starrten wir in Liegestühle träumend in den unendlich klaren Sternen-Himmel - wenn wir nicht bis zur Bewusstlosigkeit die damals angesagten Spiele spielten. Nur einer tanzte aus der Reihe, und das war unser notgeiler Terrier Papageno. Er hatte in vier Kilometer Entfernung an der Landstarße eine Hundedame erschnüffelt und haute ab, wann immer wir für einen Moment nicht aufpassten. Deine Mutter, die hier an der Säule lehnt, war nach pubertärer Pummeligkeit zu strahlender Schönheit gereift, wollte sich aber nicht mehr von mir malen lassen. So sind diese beiden Bilder die einzigen normalen aus dieser Zeit. Ansonsten widmete ich mich mit meiner Polaroid experimentell verfälschten Darstellungen, die ich zu Tableaus verklebte. Gut, dass davon keines überlebt hat. Irrungen und Wirrungen eben! |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen