Freitag, 4. Oktober 2013

Karim

  Gleichgeschlechtliche Gedanken von Mann zu Mann waren nicht nach Johannes' Gusto. Es erregte ihn, wenn Frauen sich liebten und Leidenschaft für einander empfanden, aber das hatte natürlich eine männliche, sexuelle Gefühlskomponente - etwas Voyeuristisches.
  Er befürchtete zunächst, dass latent vorhandene homoerotische Neigungen sich seiner im Alter bemächtigten, wie bei Thomas Mann. Aber da er mehr Dokumentarist als Romancier war, beschloss er der Tatsache eher nüchtern auf den Grund zu gehen, als sie schriftstellerisch zu verarbeiten.
  Weshalb interessierte er sich seit seiner Ankunft in Tel Aviv immer stärker für den jungen Mann, der  in seiner Pagen-Uniform die Auto-Türen für die an- oder abreisenden Gäste öffnete? Diese Uniform und das lächerliche flache Käppi standen in einem absurden Kontrast zu der athletischen Gesamterscheinung des Mannes: 1,90 Meter groß, lange, nicht zu schwere Muskulatur - eher ein Triathlet denn ein Zehnkämpfer - aber sein Haupt - nein man konnte wirklich nicht profan von einem Kopf sprechen - sorgte dafür, dass man den perfekten Körper nur sekundär als Präsentationsplattform wahrnahm.
   Bis dahin hatte Johannes immer gedacht, kein realer Mann aus Fleisch und Blut würde jemals an die Perfektion von Michelangelos David heranreichen. Dieser Türöffner übertraf ihn. Profan, die Züge als gemeißelt zu bezeichnen! Dieser Mann war nach der Genealogie von Johannes quasi exemplarisch für  die Kategorie „Mann“.
  Es gibt eine Form des Ebenmaßes, die zu schön ist, ja störend. Hier konnte noch nicht einmal das Käppi etwas zerstören. Nicht die kurzen Naturlocken, die rötlich braun bis blond nur ganz wenig in den langen Nacken reichten und die hohe Stirn nur leicht gewellt begrenzten. Ja ein wenig erinnerte er an den jungen Paul Newman in Exodus. Ein Bilderbuch-Sabre der Haganah also? Dieses unermüdliche Lächeln ließ jedoch gar nicht erst eine Idee von leidenschaftlicher Gewaltbereitschaft aufkommen.
   Der Kongress befasste sich in seinen Referaten und Workshops, den Encounter-Gruppen und Brainstormings mit realisierbaren Maßnahmen zum Schutz eines Tourismus, der in Folge von „Nineeleven“ zunehmend ins Fadenkreuz des weltweiten Terrorismus geraten war. Da er in einem anderen Gross-Hotel stattfand und der Tagesablauf dadurch immer Lücken hatte, kam Johannes an manchen Tagen bis zu zehn Mal dazu, dieses Lächeln zu beobachten.
   Es war keineswegs eingefroren, sondern wurde von „memorierender Beobachtungstechnik“ individuell abgerufen. Und auch die englischen Floskeln, die es jeweils begleiteten, variierten und entsprachen dem jeweiligen Habitus des Gastes, dem die Autotür geöffnet wurde: Vom einfachen "Sir!" über "take care!" zum individuelleren "have a nice day" und "enjoy your evening".
  Johannes, der sich immer darüber Gedanken machte, ob Menschen ihr Leben am richtigen Platz erlebten oder am falschen fristeten, überlegte zweierlei: Ob man so etwas einstudieren könne und wenn ja, wieso ein Kerl, der auf Titelbilder oder in einen Schmachtfilm gehörte, als Dauerlächler arbeitete. Karim - dass er so hieß, konnte man von dem blank polierten Messingschildchen an der linken Livreebrust ablesen - schien einfach nicht echt, und deshalb beschloss Johannes, mehr über ihn heraus zu finden.
  Am ersten freien Tag während des Kongresses richtete er es so ein, dass er Karim viel beobachten konnte. Es beruhigte ihn, dass sein Interesse doch nicht homoerotischen Neigungen entsprang, sondern der Tatsache, dass ihm etwas aufgefallen war, das er bei den unmittelbaren Begegnungen nicht gesehen, sondern nur instinktiv wahrgenommen hatte.
   Wer Karim begegnete, hatte sich entweder gerade ins Auto gesetzt oder wollte gerade aussteigen. Von unten sahen die dann vorrangig seine markige zum Lächeln geformte Kinnpartie, die mit einem sprach, aber sie sahen die Augen nicht. Karims Augen lächelten nicht mit - nie. In einem englischen Genre-Roman hatte Johannes einmal die Formulierung gelesen: Sein Lächeln erreichte die Augen nicht...
  Karim hatte vier mal zwei Stunden Dienst, dazwischen genauso lange Pausen, die er zu konsequentem Training nutzte. Johannes lächelte innerlich über die Richtigkeit seiner Mutmaßung: Wenn der Page auf der Uferpromenade am Meer in seinem Triathlon-Suit lief oder auf seinem Bike in der Gluthitze den Radweg nach Jaffa hinunter düste oder seine Strecke im Mittelmeer schwamm, war es nach getaner Pflicht genau so: unten im Gesicht ein Lächeln oben ein Blick, der auf ein Ziel in der  Ferne konzentriert schien.
  Die Schlussveranstaltung des Kongresses fand wegen des Sabats am Sonntagabend statt, und so beschloss Johannes den Morgen am Strand zu verbringen. Nach seiner Schwimmroutine zwischen den ersten beiden Pagen-Perioden stieg Karim unweit von ihm aus dem Wasser, und er beobachtete, wie die aufregendsten Strandschönheiten ihren Klatsch und Tratsch unterbrachen, um schweigend dieses  maskuline Bewegungsspektakel zu beobachten. Karim schien das geballte, urinstinktive Verlangen gar nicht wahr zu nehmen, obwohl er im Vorbeigehen wieder sein individuelles Lächeln verschenkte. Ob die Frauen auf seine Augen geachtet haben?
  Am Nachmittag wollte Johannes in seine klimatisierte Hotelsuite flüchten, doch auf dem Übergang von der Strandpromenade zum Hotel-Pool nach dem Security-Check kauerte Karim im Halbschatten und las. Johannes fragte ein wenig scherzhaft, ob es ihm heute zu heiß zum Laufen sei und setzte sich ungefragt. Da fiel sein Blick auf das Buch in den Händen des Athleten. Es war nicht in Hebräisch, sondern in Arabisch und es war unverkennbar der Koran. Karims Lächeln war "off-duty", und die Stille hätte nicht peinlicher sein können.
  Als er am Montag abreiste, richtete Johannes es so ein, dass er bevor seine Limousine zum Ben-Gurion-Airport vorfuhr, einige Sätze mit Karim wechseln konnte. Er wollte ihm erzählen, dass er einmal mit einem Namensvetter von ihm über Java gereist war, als Ausländer dort noch nicht selber ein Auto lenken durften. Dass ihm - dem Agnostiker - die Rücksichtnahme auf die Tagesabläufe seines streng gläubigen muslimischen Fahrers sehr gut getan hätten. Dass sogar am Ende der Reise eine Art Kumpanei entstanden sei. Karims Lächeln war bei dieser Schilderung zwar wieder  eingeschaltet, aber die leicht schwimmenden, bernsteinmarmorierten Augen waren kälter als das Fallbeil der Hotel-Klimaanlage im Eingangsbereich.
   Johannes würde diesen Kontrast nie vergessen, und wieder ein Zufall(?): Er würde die Augen bald wieder sehen - zwar in einem anderen Männerkopf - und er würde Karim wieder sehen - allerdings nicht mehr von Angesicht zu Angesicht - und ohne dieses Lächeln...

  Vielleicht hätte Mounir El Motassadeq sich nicht so provozierend den Fernsehkameras stellen sollen. Vielleicht hätte Johannes aber auch etwas weniger aufmerksam die Tagesthemen anschauen können. Im ersten Bericht der Tagesschau hatte sich Johannes nur über diese unglaublich eitle Arroganz geärgert, mit der der Marokkaner seine vermeintliche Unantastbarkeit zur Schau stellte. Immerhin wurde ihm in diesem Berufungsverfahren erneut logistische Beihilfe zur  Vorbereitung auf die Anschläge am 11. September 2001 zur Last gelegt. Und das von einem Rechtssystem, das - wie man gerade bei Prozessen gegen Islamisten verfolgen konnte - es sich zweimal überlegt, ehe es bei weltpolitisch riskanter Sachlage, Anklage erhebt.
  Fünfzig Jahre lang war Johannes in Länder des Islams gereist und hatte durch eigenes Erleben und Anschauung erfahren, wie Wenige, die die Lehren Mohammeds willkürlich auslegten, bei vielen immer fanatischere Reaktionen hervorriefen: Die Fatwa gegenüber unbequemen Schriftstellern, weltweit organisierte Volkserhebungen bei kritischer Meinungsäußerung gegenüber dem Islam, vor allem aber physische Gewaltbereitschaft. Keine Sure heißt den Märtyrertod in Selbstmordanschlägen gut, und Geiselnahmen beziehungsweise Akte von Erpressung und Nötigung werden sogar ausdrücklich verdammt und dennoch gelten sie als "heilige Waffen" in diesem religiösen Terror der Feigheit.
  1984/85 gegen Ende der Marcos-Atministration auf den Philippinen hatte sich Johannes in Zamboanga auf Mindanao auf eigenen Wunsch von der Moro National Liberation Front (MNLF) für 12 Stunden "entführen" lassen, um mehr über den permanent schwelenden Konflikt der Moslems mit Manila zu erfahren. Nicht weil er ins Lager der politischen Reporter wechseln wollte, sondern weil es darum  ging, die Sicherheit für staatlich geförderte, touristische Interessen zu sondieren. Er war dabei jenseits der Strait of Basilan in die "Obhut" eines Clans geraten, der den Mantel des Islams moralisch über einen blühend diversifizierten Geschäftsbetrieb aus Schmuggel, Piraterie und Geiselnahme gebreitet hatte. Hätte das Außenministerium seinen Artikel damals ernst genommen, wäre das Geiseldrama im April 2000 um die deutschen Touristen von einer malaiischen Tauchbasis auf die Insel Jolo möglicherweise zu verhindern gewesen. Aber das war nur der vergleichsweise harmlose Auftakt im erpresserischen Tagesgeschäft der Geiselnahme gewesen, das dann vor Videoaufzeichnungen von Enthauptungen als Gipfel der Grausamkeit nicht mehr zurückschreckte.
  Und nun stand also so einer dieser selbst ernannten Krieger Allahs vor deutscher Gerichtsbarkeit und schaute überheblich in die auf ihn gerichteten Kameras, als wolle er die Toleranzgrenze dieses in puncto Intoleranz so  schuldbeladenen Deutschen Volkes auf  die Probe stellen. Johannes konnte sich den Mann nicht länger anschauen, deshalb studierte er  die Menschen im Hintergrund der Szene, die sich so etwas auch noch live ansahen. Dabei blieb sein Blick während des Kameraschwenks an einem sehr markanten Kopf hängen, der ihm bekannt vorkam. Die Einstellung war nur zu schnell vorüber, um die Erinnerung gleich ausreichend zu mobilisieren...
  Schöne neue Zeit des Internets: Was der Zuseher im Fernsehen versäumt hatte, konnte er nun auch von den Homepages der Sender in vielen Variationen herunter laden. Und das tat Johannes dann auch bei den anderen Nachrichten-Formaten, um sicher zu gehen. Zwei-, dreimal spielte er die Sequenzen ab, ließ die stark gepixelte Bilder einfrieren, machte  Screenshots und vergrößerte und verdichtete sie, bis er sich sicher war: Der Mann in der zweiten Reihe der Prozessbeobachter mit dem kahlrasierten Schädel, dem dreiteiligen Nadelstreifen-Anzug und dem waagerecht unterteilten Gesicht aus leicht grinsender Kinnpartie und todeskalt erstarrten Augen unter hoher Stirn, war die glatzköpfige Fleischwerdung von Michelangelos David; jener statuarisch schöne Mann, der Johannes bei einem Kongress in Tel Aviv als Hotelpage vor geraumer Zeit so oft freundlich lächelnd die Autotür aufgehalten hatte...
  Ein weniger paranoid veranlagter Mann als Johannes wäre mit der Überlegung zur Tagesordnung übergegangen, bei dem Karim von damals habe es sich um einen Studenten gehandelt, der den Pagenjob zur Aufbesserung seines Budgets verrichtet hatte. Aber dieser Version widersprachen hunderte von Details, die das Elefantenhirn des Reporters abgespeichert hatte und die jetzt im Schnelldurchlauf an seinem inneren Auge vorbei zogen.
  Schmetterling Johannes schlug also mit seinen Flügeln, indem er Peter Kühn anrief, und wenn er später ganz ehrlich war, dann stellte dieser vermeintliche Nebenkriegsschauplatz nichts weiter als einen Vorwand dar, die eigentlichen  Geister zu outen, die ihn um seinen Schlaf brachten und ins Chaos stürzten:
  "Hallo, hier spricht dein nicht austherapierter Kumpel. Ja, ja ich weiß, ich melde mich immer nur bei paranoiden Schüben und hätte mich längst schon mal wieder so rühren sollen", entschuldigte sich Johannes nicht wirklich ernst gemeint und ohne Peter Kühn zu Wort kommen zu lassen.
  "Ich geben zu, unser Leben wäre ohne Menschen wie dich triste und öd. In welchem Netzwerk hast du dich denn diesmal verfangen?"
  "Ich habe mir 48 Stunden Zeit gelassen, um möglichst alle Winkel meines Matschhirns zu durchforschen. Vorgestern in den Tagesthemen habe ich in dem Bericht über das Berufungsverfahren gegen Mottasadeq jemanden gesehen, der da irgendwie nicht hingehört hat. Ich habe mir die Berichte in verschiedenen Versionen herunter geladen und durch alle meine Programme laufen lassen. Für mich besteht kein Zweifel, dass das ein Mann ist, den ich vor etwa zwei Jahren bei einem Kongress in Tel Aviv als Türsteher vor einem Hotel getroffen habe. Der Mann hatte ein Namensschild an der Livree auf dem Karim stand. Er war augenscheinlich Israeli, las aber in seiner Freizeit den Koran - auf Arabisch."
  "Na ja. da wird einer einen Studentenjob verrichtet haben, und jetzt ist er vielleicht Berichterstatter, Prozessbeobachter oder sonst etwas."
  "Aber weshalb sollte so einer, der definitiv zu den schönsten Männern gehört hatte, die ich je gesehen habe, sein Aussehen so radikal verändern, dass ich erinnerungsmäßig in Bruchteilen einer Sekunde nur an seiner eigenartigen Augenpartie hängen geblieben bin?"
  "Wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass ein paranoider Typ wie du schon wieder auf etwas Verdächtiges gestoßen ist?“
  "Ouu, das mit der Wahrscheinlichkeit ist ein tolles Stichwort. Eigentlich habe ich dich schon längst wegen einer viel wichtigeren Merkwürdigkeit anrufen wollen, aber ehrlich gesagt, da hätte ich mich nicht getraut. Wie wahrscheinlich ist es nämlich deiner Ansicht nach, dass aus einem Netzwerk innerhalb von wenigen Monaten beziehungsweise Jahren zu stets passenden Terminen drei Schlüsselfiguren verschwinden beziehungsweise überraschende Tode sterben?
  "Das kann schon mal aus purem Zufall passieren. Und offenbar ist ja auch nichts dran, sonst hätten bestimmt Ermittlungen stattgefunden, und du würdest daraus nicht Hirngespinste machen müssen, die du nun mir erzählen kannst."
  "Wenn ich aber definitiv wüsste, dass der erste Fall nautisch nicht vollkommen spurlos hätte passieren können, der zweite  tatsächlich ein als Freitod getarnter Mord war, und der Dritte Mann mir als Kerngesunder noch einen Brief mit kryptischem Inhalt geschrieben hatte, der noch unterwegs war, als er an einem Aneuyrisma von einer Minute auf die andere starb?
  "Erzähl!"
   Und Johannes erzählte hektisch, atemlos und ohne Punkt und Komma aber mit chronologischer Präzision: Von Wolfgang Lindau, dem ehemaligen Box-Weltmeister, der als Elektronik-Unternehmer Wolf Grau Millionen verdiente, die er im Hamburger Hafen investieren wollte, aber dann ohne erkennbaren Grund Selbstmord beging. Von "Il Mulo" und von dem in der Kroatischen Adria verschollenen  Schatzmeister jener Organisation, die er beriet und den er vor seinem Verschwinden vor möglichen Verstrickungen gewarnt hatte. Dann schweiften seine Gedanken ab zu all den Merkwürdigkeiten, die ihm seit seiner Reise nach Jamaika zugestoßen waren…
  "Kannst du dir vorstellen, dass es eine Art von Killern gibt, die nie - so nennt man das doch - einen nassen Job verrichten", unterbrach Johannes, der dem Redeschwall von Kühn für eine unbestimmte Zeit gar nicht zugehört hatte.
  "Sag mal hörst  du mir überhaupt zu? Ich wiederhole noch einmal, wenn du von einer Reihe von Straftaten definitiv Kenntnis hast und auch den oder die Täter kennst, bist du von Rechts wegen verpflichtet, diese anzuzeigen. Und ja! Vermutlich gibt es in jedem Jahr einen Haufen so genannter 'natürlicher Todesfälle', hinter denen sich in Wahrheit ein Mord verbirgt. Nimm allein die ganzen Pflege-Täter der letzten Jahre, die sich selbst  zu Sterbehelfern autorisiert haben. Ein kenntnisreicher Auftragskiller, der in speziellen Situationen nur ein wenig nachhelfen muss, wäre natürlich der Alptraum für die Ermittlungsbehörden. KGB und Mossad haben solche Leute beschäftigt, aber das ist gute 20 Jahre her. Vor allem der Zeitfaktor macht solche Komplotte oft zu perfekten Verbrechen. Verstehst du jetzt, weshalb ich so scharf reagiere."
  "Ja, schon! Aber die Sache hat einen Haken. Ein Aneurysma - das habe ich nachgegooglet - kann innerhalb von Stunden entstehen und platzen. Im ersten Fall ist der Täter tot und kann sich nicht mehr verteidigen. Er wurde selbst Opfer eines offenkundigen Mordes. Ich mache mir nicht Sorgen um meine eigene körperliche Unversehrtheit, sondern um meinen Seelenfrieden. Lach bitte nicht, aber das hat auch eine religiöse Komponente für mich. Ich brauche Bedenkzeit und muss mich noch mit einem  Schemen aus der Vergangenheit beraten."
  "Manchmal habe ich echt wieder das Gefühl, du tickst irgendwie nicht richtig! Aber gut. Wie wollen wir verbleiben?"
  "Ich habe da eine wirkliche Instanz für Gewissensfragen. Wenn die mich freispricht, nenne ich dir alle Namen. Und du versuchst mal herauszufinden, was es mit diesem Karim auf sich hat. Ist das ein Deal? Da verjährt ja nix!"
  "Gut, ruf du nicht an, ich rufe dich an!"

    Mottassadeq wurde am 19. August 2005 erneut, aber nur noch zu sieben Jahren verurteilt. Das juristische Gezerre war bis zum Januar 2007, da er Karim bei den Bericht im Hintergrund entdeckt hatte, weiter gegangen. Das ursprünglich verhängte Höchstmaß von 15 Jahren wurde als rechtens bestätigt. Aber bis Ende März hatte Kühn immer noch nicht angerufen, was gar nicht seiner Art entsprach. Johannes realisierte das jedoch gar nicht mehr so richtig, weil er mitten in einem Überlebenskampf steckte.













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