Samstag, 12. Oktober 2013

Egidius

  Seit neustem war Johannes  noch mehr als sonst beunruhigt: Immer häufiger ertappte er sich nämlich dabei, dass er sein Schlafloch mit  inbrünstigem Gebeten zu stopfen versuchte. Natürlich machen das allnächtens Abermillionen von gepeinigten Menschen auf dieser Welt. Aber die haben einen definierten Gott zu ihrer Orientierung.
  Während sein Unterbewusstsein die Litaneien mitunter dramatisch ausufern ließ, stellte sich mit sarkastischen Kommentaren gleichzeitig so eine Art Über-Ich bei Johannes ein. Etwa mit dem Spruch, den er in einem Hemmingway-Roman gelesen zu haben glaubte:

"Ja, ja: Wenn die Nutten alt werden, gehen sie in die Kirche".
   Oder er erinnerte sich an den Tag, an dem sämtliche Religiosität in ihm erstarb: Das war ausgerechnet in dem Moment, in dem Johannes vor dem Altar zur Konfirmation kniend, die Oblate und den Wein zum heiligen Abendmahl empfing. Während er mit dieser Zeremonie öffentlich in den Kreis der erwachsenen Christen aufgenommen wurde, verabschiedete sich Johannes innerlich bereits aus jeglicher Glaubensgemeinschaft.
  Schuld war der Marabu, ein zaundürrer auf fast zwei Meter Körperlänge hochgeschossener Knaben-Greis (auf Bayrisch sagt man zu so einem: Der muaß erst aramoi so oid wern wira ausschaugt). Außerhalb des Konfirmanden-Unterrichtes, dem er als einer der Fleißigsten beiwohnte, hieß er wie der Held aus einem Kitsch-Roman: Egidius Lemmlein. Er wusste mit knapp 14 schon, was er einmal werden wollte - Küster!
  Der Marabu also sperrte neben ihm auf der Bank kniend, seinen Schnabel auf. Nicht wie um die Oblate auf die Zunge gelegt zu bekommen, sondern als gelte es einen Ochsenfrosch zu verschlucken. Dann kaute er auf dem gebackenen Mehlhauch herum, als hätte er Knochen zu zerkleinern, und als der Kelch zu ihm kam, schwappte er alles mit einem gigantischen gurgelnden Schluck herunter. Johannes war, als müsste die ganze Kirche von dieser krachenden Konsumation des Leibes und des Blutes Christi gehört haben. Stattdessen vernahm die Gemeinde nur sein eigenes, schallendes Auflachen...
  Als sie im Gymnasium wenig später die deutschen Philosophen durch genommen hatten, adaptierte Johannes die Quintessenz des Kategorischen Imperativs nach Immanuel Kant als denkbare ethische Formel für sich:
   „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ 

    Egidius Lemmlein traute seinen Ohren nicht, als er nach vier Jahrzehnten diese unverwechselbar in seinem Herzen gespeicherte Stimme am Telefon vernahm:
  „Herr Lemmlein? Egidius! Hier spricht Johannes Goerz. Grüß dich! Du wirst dich vermutlich nicht mehr an mich erinnern, aber wir sind vor unzähligen Jahren miteinander konfirmiert worden…“
  „Mensch, Johannes! Deine Stimme hat sich ja überhaupt nicht verändert. Wie kommst du auf die Idee, man könnte dich vergessen. Meine Frau und ich sind große Fans deiner journalistischen Arbeit. Rufst du aus beruflichen Gründen an?“
  „Nein… Aus ganz privaten. Es ist mir auch ein wenig peinlich, da melde ich mich nach vierzig Jahren, nur weil ich meine, niemand anderer als du könne mir helfen.“
  „Ja, aber gerne doch! Wobei denn?“
  „Ich will beichten!“
  „Du weißt, dass du hierfür auf der falschen Baustelle bist?“
  „Nun ja, deine Verwirrung wird vermutlich noch größer, wenn ich dir jetzt sage, dass ich obendrein bekennender Agnostiker bin und seit einiger Zeit, zwei bis drei Stunden pro Nacht mit inbrünstigen Gebeten zu einem Gott verbringe, an den ich eigentlich nicht glaube…“
  „Das klingt – entschuldige – ja geradezu nach einem seelsorgerischen Leckerbissen. Bekomme ich Exklusivrecht?“
  „Du scheinst ja ein schöner Zyniker geworden zu sein,  – du Leitbulle der Synode!“
  „Ah, der Mann schaut Nachrichten! Ich will mal ehrlich sein. Auch in der EKD gibt es unter dem Allerhöchsten ein Oben und Unten. Und mit reiner Gottgefälligkeit allein kannst du auch bei uns oben nichts mehr verändern. Kirchenpolitik unterscheidet sich keinen Deut von anderen gesellschaftlichen Vorgängen. Also, was erwartest du ausgerechnet von mir.“
  „Ich denke, ich habe nicht nur große Schuld auf mich geladen, sondern befinde mich auch mitten in einem Gewissenskonflikt. Das sind nicht unbedingt Dinge, die man am Telefon besprechen sollte, aber natürlich weiß ich auch, dass du ein viel beschäftigter Mann bist…“
  „Wollen wir uns zum Essen treffen?“
  „Das wäre vielleicht keine so gute Idee, wenn wir zwei in der Öffentlichkeit gesehen würden. Ich würde dich ja gerne zu mir nach Hause einladen. Aber hier existiert quasi keines mehr. Seit meine Frau und ich uns vor kurzem getrennt haben und unsere Kinder aus dem Haus sind, lebe ich überwiegend in Italien…“
  „Aha, daher diese kathogelischen Gefühle. Aber ich denke, ich habe eine tolle Idee. Übers Wochenende bin ich immer bei meiner Familie. Meine Frau ist Pastorin in einem hübschen Sprengel  im Fränkischen, und meine Kinder studieren in Erlangen. Du kommst einfach mit. Ich massiere deine Seele und du redigierst mein programmatisches Papier, an dem ich gerade für die Bischofskonferenz arbeite.“
  „Ich will doch keine Umstände machen.“
  „Nein tust du nicht! Das ist ein geschäftliches Abkommen, und außerdem hat mich meine Frau schon seit der Studienzeit immer wieder gefragt, weshalb ich keinen Kontakt zu dir aufnehme. Stell dir vor, sie hat als Theologie-Studentin Männermagazine gekauft und deine erotischen Erzählungen gelesen.“

  Am Freitagmittag holte ihn Lemmlein in einem klerikal schwarzem VW-Van vor der Pension Adriana ab, in der Johannes seit neustem als Dauergast unter dem Dach hauste. Es herrschte nach dem heißesten März der meteorologischen Aufzeichnungen immer noch strahlendes Frühlingswetter, so dass sie sich entschlossen, abseits der Autobahnen durch die Holledau und ins Altmühltal, am Stausee vorbei und über Ornbau und Wolframs-Eschenbach zum Aischgrund zu fahren. – Wohl auch, um die Beschnupperungsphase ein wenig auszudehnen.
  Wenn Johannes überhaupt eine herausragende Eigenschaft hatte, war es die Fähigkeit, Fäden wieder aufzunehmen. Er tat das unbewusst, in dem er Personen und Orte einfach so sah wie beim letzten Mal. Im Falle von Egidius Lemmlein wäre das allerdings sehr schwer gewesen. Denn weder mochte Johannes den „Marabu“ damals sonderlich, noch hatte der Egidius von heute mit seiner mächtigen Figur und dem kahlen von einem Stiernacken getragenen Krieger-Kopf noch Ähnlichkeit mit dem bigotten Vogelmenschen von einst. Hätte Johannes einen schwarzen Anzug samt schwarzer Krawatte getragen wie Egidius, sie wären die schwergewichtige deutsche Antwort auf die Blues-Brothers gewesen. – Und befanden sie sich nicht tatsächlich  in einer „Mission on God“?
  Sie hörten fast während der ganzen Fahrt Heavy Metal und grölten bei offenen Wagenfenstern alte Balladen mit. Aber als Lemmlein bei der Ortsdurchfahrt von Ornbau eine selbst gesampelte CD mit Chorälen und Canons aus Orlando di Lassos „Libro de Villanelle“ ins Deck schob, geschah dies quasi aus göttlicher Fügung. Der Renaissance-Fürst der Musik zu den Reinaissance-Giebeln von Wolframs-Eschenbach. Lemmlein war ein Hexer der Herzlichkeit geworden, der einen unwiderstehlichen Zwang ausstrahlte, ihm zugeneigt zu sein.
  Eine unglaubliche Choral-Stimme füllte a cappella den VW und verdrängte alle anderen Geräusche; eine Klarheit ohne Tremolo oder technische Tricks:
  „Wer ist denn diese gigantische Stimme?“ fragte Johannes vor dem nächsten Stück.
  „Das ist Egidius Lemmlein“, sagte Egidius Lemmlein in trockener Bescheidenheit.

  Als sie im spitzwegschen Biedermeierlicht durch das Fachwerk-Stadttor auf Kopfsteinpflaster in die Gemeinde der Pastorin Marie-Luise Lemmlein rollten, waren die beiden großen Fresser und Säufer vor dem Herrn, als die sie sich zwischenzeitlich geoutet hatten, auch einig geworden, dass sie den „Aischgründer Fisch-Wochen“, die allenthalben plakatiert waren, einen vernichtenden Schlag beibringen und Familie Lemmlein  noch einen Abend verschonen würden…
  Bislang hatten sie seit Beginn ihrer neuerlichen Begegnung den ursprünglichen Grund für ihr Treffen ausgeklammert. Als sie beide einen Vierportionen-Waller verzehrt und ihn in zwei Litern Volkacher Ratsherr Riesling vom Fass hatten schwimmen lassen, waren beide entspannt genug, Schweres gegebenenfalls leicht zu nehmen:
  „Also raus damit! Was wolltest du mir beichten.“
  „Zunächst muss ich dir eine Frage stellen. Auch wenn es bei euch keine Ohrenbeichte gibt. Gilt für das, was ich dir jetzt alles anvertraue so eine Art Beichtgeheimnis?“
  „Selbst wenn es das – was ja aus moralischen Gründen selbstverständlich wäre – als Gebräuchlichkeit der evangelischen Amtskirche nicht gäbe, gälte ja noch das Vertrauen unter Freunden. Ich weiß, du mochtest mich damals nicht, wo ich doch so gerne dein Freund geworden wäre. Aber ich habe jetzt das Gefühl, dass wir zwar vierzig Jahre Freundschaft verpasst, aber vielleicht doch noch eine gemeinsame Wegstrecke vor uns haben. Unabhängig von welchem Gewicht deine Beichte sein wird. Ich stehe dir bei. Und das nicht nur als dein ausdrücklich von dir selbst erwählter Seelsorger!“
  Es war, als bräche ein Damm in Johannes’ Seele. Er erlebte das Sich-Fallen-Lassen in die geistige Obhut eines anderen wie ein prickelndes Bad mit Sauerstoffdusche. Und zwar ohne die Bedenken, der Alkohol und das gesättigte Wohlbefinden könnten etwas damit zu tun haben. – Und auch ohne das Gefühl, des anderen Broterwerb mit seiner Seelenpein zu sichern wie bei seinem Psychoanlytiker Dr. Treiber…
  In seiner präzisen Reporter-Sprache berichtete er über den Killer „Il Mulo“ und was dessen Beichte und die nachfolgenden Recherchen bei ihm an Mutmaßungen erbracht hatten. Er sprach von seiner kaum mehr zu beherrschenden Wut, von den überfallartigen Mordgelüsten und seiner Hauptangst vor der Angst und der Befürchtung, dass die Paranoia schleichend einem komplett schizophrenen Krankheitsbild weichen könnte. Aber da er auch ein geborener Erzähler war und seinen Galgenhumor deftig verbalisierte, dröhnte durch die ausgebaute mittelalterliche Scheune des Öfteren das zur Örtlichkeit durchaus, aber zur Beichte absolut nicht passende Gelächter des Kirchenmannes. Bisweilen klatschte er so laut auf seine Schenkel, dass sich die Köpfe der immer weniger werdenden Zecher ein wenig neidisch zu ihnen umwandten. Kein Zweifel, die zwei Fleischberge hatten eine Mordsgaudi beim Fischessen…

  Am nächsten Morgen hatte Johannes, was nur selten geschah, keine Ahnung mehr, wie er ins Bett gekommen war. Es schoss ihm jäh durch den Kopf, dass er deshalb womöglich auch seine Insulin-Spritze vor dem Einschlafen vergessen hatte. Mit äußerst schlechtem Gewissen überprüfte er mit dem kleinen Computer seinen Blutzucker, aber der war durchaus tiefer im zulässigen Toleranzbereich als die Wochen zuvor. Die fränkische „Fisch-Wein-Diät“ hatte unverhofft angeschlagen.
  Das Zimmer, in dem er die Nacht verbracht hatte, war beinahe calvinistisch schlicht mit uralten Bauernmöbeln ausgestattet. Es gab nur die Farben braun und weiß und außer einem kleinen hölzernen Kreuz hing nichts an den Wänden. Dennoch strömte es nostalgische Behaglichkeit aus, weil es nach getrockneten Äpfeln und Birnen roch, die in einer Holzschale auf der Spiegel-Kommode gegenüber vom Bett zum Naschen bereit standen.
  Auf der Suche nach dem Klo fand Johannes schnell heraus, dass er in einer Art separatem Gemeindehaus untergebracht war, das ihn von der Privatsphäre des Pfarrhauses abgrenzte. Ein Luxus, den er nicht erwartet hatte, der ihm aber behagte, denn Johannes war nicht gerne „privater“ Gast.
  Als er nach der Morgentoilette und wunderbarer Weise ohne Kater aber hungrig in den Pfarrhof trat, sah er, dass zum Brunch unter einem toskanischen Markt-Schirm ein üppig gedeckter Tisch wartete.  Das Atrium, das durch die große Kirche an der Ostseite, vom Pfarrhaus gegen Süden, dem Gemeindehaus im Norden und einem wuchtigen Fachwerk-Bogen-Portal mit Holz-Flügeltoren im Westen eingefasst war, hatte etwas von einer „festen Burg“, was einem das Glauben möglicherweise leichter machen konnte.
  Fünf „Marabus“ schienen nach einem genetisch vorgegebenen Bewegungsmuster lautlose hauswirtschaftliche Handreichungen vorzunehmen. Egidius hatte von seinen Kindern nicht ohne Stolz und spürbarer Liebe erzählt: Die beiden Buben, Zwillinge, waren mit 20 die Nesthäkchen, die drei Mädchen rangierten im Alter zwischen 22 und 25. Alle waren mit über 1,80 cm  in etwa gleichgroß, was anmutete, als seien diese menschlichen Storchen-Vögel geklont. Sie wiesen diesen ähnlichen langgliedrigen, Johannes aus der Jugend noch vertrauten, Knochenbau auf, den man ungeschönt als dürr bezeichnen musste. Wohin das aber bei den Knaben noch führen konnte, war ja an ihrem Vater unschwer nachzuvollziehen. Die Mädchen hingegen entsprachen dem aktuellen Schönheitsideal, und wär Johannes für dieses empfänglich gewesen – er hätte in ihnen sofort die außergewöhnlichen Schönheiten erkannt, die sie tatsächlich waren. Als Egidius seine Kinder auf Johannes aufmerksam machte, kamen sie mit beschleunigten aber immer noch gemessenen Schritten auf ihn zu, reichten ihm respektvoll nach Alter artig die Hände, knicksten und dienerten und nahmen ihn dann, in dem jedes ihn sanft zum Geleit berührte, in ihre ungerade Mitte und führten ihn zu seinem Platz am Tisch. Egidius war mit einem breiten Grinsen aufgestanden, in dem eine kleine Verlegenheit ob der vergangenen Völlerei versteckt war. - Und dann kam sie!
  Ein Sonnenstrahl, der von einem der Fenster im Glockenstuhl gebündelt wurde, traf sie just in dem Moment, da sie auf die runden Portal-Stufen vor das Pfarrhaus trat. Sie trug einen schwarzen Hosenanzug aus einem fließenden Material und eine schlichte weiße Bluse ohne Kragen. Ihre dunkelbraunen Haare waren wie bei einem kleinen Jungen rundherum streichholzkurz geschnitten. Das alles war aber offenbar nur darauf ausgerichtet, ihrem Blick nicht zu entkommen, der innerhalb von Zehntelsekunden, Strenge, Milde, Fürsorge, Demut, Neugier, Gleichmut - vor allem aber Liebe und Offenheit vermitteln konnte.
   Marie-Luise Lemmlein sah man ihre 55 durchaus an, obwohl ihr ungeschminktes Gesicht glatt und die Haare offensichtlich nicht gefärbt waren. Als sie vor Johannes stand und ihm die Hand  reichte, konnte sie ihm dank ihrer Körpergröße direkt in die Augen schauen, und deshalb war Johannes ihr schutzlos ausgeliefert. Der „augenblickliche Liebesakt“ – diese neue Begrifflichkeit würde er künftig für das verwenden, was er in seinen frühen derberen erotischen Erzählungen noch roh als „Augenfick“ bezeichnet hatte – konnte höchstens eine Sekunde gedauert haben und löste dennoch ein seelisches Erdbeben von der Stärke eines „Big Bang“ bei ihm aus. Sein Leben trudelte aus der gerade wieder erreichten sicheren seelischen Umlaufbahn. Aber was obendrein drohte, wirklich peinlich zu werden, war eine Erektion dort, wo sich medikationsbedingt eigentlich gar nichts mehr rühren durfte und sich auch seit Jahren nichts getan hatte. Er wollte sich rettend auf seinen Platz setzen, aber das ging nicht. Denn nun hatten sich alle rund um den Tisch an den Händen genommen, um gesenkten Blickes das Dankgebet zu sprechen. Bei der bunten Reihe, die gesetzt wurde, standen die beiden ältesten Mädchen ihm direkt gegenüber und die Auslöserin hielt ihn mit ihrer großen sanften Hand nur Dezimeter neben der Auswölbung, die da mit priapismischer Hartnäckigkeit auf die gelobten Gaben zeigte.
  Gott sei Dank schien niemand etwas bemerkt zu haben. Doch als er nach einem kaum zu kontrollierenden Nervositätsanfall wieder wagte, seiner Gastgeberin noch einmal so tief in die Augen zu schauen, wurde er gewahr, dass dieser Geschlechtsakt ihrer beider Sehnerven offenbar auch bei der Pastorin hormonelle Reaktionen hervorgerufen hatte.
  Er sah Hunger, Leidenschaft, Zärtlichkeit und Liebe im Stroboskoprhythmus und damit die größte Herausforderung seines 59jährigen Lebens auf sich zukommen… 
  Nie hatte Johannes ausdrucksstärkere Augen gesehen. Er erinnerte sich nicht, sich jemals derart ausgeliefert gefühlt zu haben. Er war hin und her gerissen zwischen dieser neuen Zuneigung zu Egidius und dem geradezu obsessiven Verlangen nach dessen Frau. Kant und Descartes lösten sich in seinem emotional verquirlten Hirn mit ihren moralischen Bedenken ab, und dann drängte der Kirchenmann auch noch, sich endlich mit dem zu befassen, was sie sich gemeinsam vorgenommen hatten.
 
  Vermutlich wären beide ein hervorragendes philosophisches Autoren-Team geworden, hätten sie ihr Leben lang derart präzise zusammen gearbeitet wie an diesem sinnlichen März-Samstag. Ihr Arbeitszimmer war ein herrlich ungeordneter Bauerngarten an der Südmauer des Pfarrhauses, wo sie einen Klapptisch mit ihren WLAN bewehrten Laptops gestellt hatten. Das Gesumme der Insekten und der Duft der ersten Blüten stimulierten ihre Sinne. Der Arbeitsrhythmus stellte sich dadurch wie von selbst ein. Johannes wiederholte in halbstündigen Perioden nüchtern und präzise noch einmal die Hauptkonflikte, die für seine Gewissensnot gesorgt hatten. Egidius machte sich Notizen, und dann tauchte Johannes seinerseits für je eine halbe Stunde in das Manuskript des Klerikers.
  Lemmlein hatte sich den Katechismus mit der lutherschen Auslegung der zehn Gebote als  Strukturbeispiel für sein Zehnpunkte-Reformprogramm erwählt, was intellektuell durchaus interessant für einen Diskurs gewesen wäre, aber ob er damit seine Ideen gekonnt verkaufte?
  Ein Beispiel: These „Du sollst den Gottesdienst als Dienstleistung verstehen!“ Auslegung „Was ist das? Nicht Eitel den Worten deiner Predigt nachlauschen, sondern hören, was die Gemeinde sagt. Nicht starr an der Liturgie festhalten, sondern die Gemeinde gestalten lassen… Und so weiter.
  Nach jeder Stunde tauschten sie sich aus. Nicht in Form einer Diskussion, sondern mit unwidersprochenen, stentorhaft vorgetragenen Feststellungen im Wechsel. Was so ein wenig klang wie bei Peter Handkes Bühnenstück „Weissagung und Selbstbezichtigung“:
  „Eines ist klar! Du kannst durchaus freundschaftliche oder noch stärkere Gefühle zu einem Mörder entwickeln – trotz der Tatsache, dass  er ein Mörder ist. Diese Gefühle dürfen aber die moralische Klarheit nicht trüben, sonst machst du dich mitschuldig. Das ist übrigens eine eher weibliche Verhaltensweise, die auch in Obsessionen enden kann. In meiner Zeit als Gefängnis-Seelsorger gab es dutzende von Frauen, die sich über Briefkontakte auf eine Liebesbeziehung  mit Schwerverbrechern eingelassen hatten. Umgekehrt - dass Männer derart animiert in den Frauenknast schrieben - habe ich so nicht erlebt.“
  „Willst du, dass deine Thesen Anerkennung finden und eine Chance auf Realisierung bekommen, oder reicht dir ein scholastischer Diskurs. Willst du verkaufen, muss dein gesamtes Manuskript nach Machbarkeit und Sensation der Idee umstrukturiert werden. Das geht nur mit einer schonungslosen Stärken- und Schwächen-Analyse. Es ist die Frage, ob du nicht zu nah dran und zu leidenschaftlich engagiert bist, um sie selbst vorzunehmen Du solltest das deine Frau als praktizierende Pastorin machen lassen.“
  Oder:
  „Ob du im Geiste bereit bist zu töten, das Töten zu planen bis in jedes Detail seiner Durchführung, um es dann allein aus philosophischer Betrachtungsweise und nicht etwa aus der Erkenntnis von Unrecht zu unterlassen. – Das befreit  dich nicht von Schuld, selbst wenn du Agnostiker bist. Auf keinen Fall gilt die These „die Gedanken sind frei“ gegenüber der höchsten Instanz. Du musst solche Gedanken auch aus gesundheitlichen Gründen für deine Seele schnellstens aus deinem Hirn verbannen!“
 
  Mitunter war beider Denken so komplex, dass sie sich in stiller Übereinkunft lange Pausen gönnten, in denen sie sich entspannt anschwiegen.
  Egidius hatte derart brisante Forderungen an die Eucharistie und die Ökumene, dass es dem neuen Papst aus Bayern die Tiara vom Kopf fegen würde. Lemmlein würde Schlagzeilen machen, aber mit seiner Karriere in der Amtskirche wäre es dann vermutlich bald vorbei. Eines war Johannes aber schon beim Diagonallesen klar geworden, sein neuer Freund und alter Bekannter war genau der brillante Kopf und leidenschaftliche Visionär, den die Glaubensgemeinschaften brauchten. Schließlich liefen den Kirchen ja die Gläubigen in Scharen davon. Es war auch nur noch eine Frage der Zeit bis der paneuropäisch auf dem Vormarsch befindliche Laizismus der staatlich verordneten Kirchensteuer den Garaus machen würde. Er musste bei dieser Betrachtung übrigens an seine neue Heimat Italien denken, die jedwede religiöse Gruppierung paritätisch zur Zahl der als getauft registrierten Gläubigen aus einem staatlichen Fundus unterstütz, darüber hinaus aber auf Selbstversorgung pocht.
  In dem Burgdorf, in dem Johannes nun lebte und das sich auf einer Fläche von nur drei Fußballfeldern an einen steilen Felsrücken des Appenin klammerte, gab es vier verwaiste Kirchen. Die größte wurde noch gelegentlich von den ältesten Nachbarinnen für Bibelstunden aufgesperrt oder wenn jemand gestorben war, zur Aufbahrung genutzt. Die liebevoll restaurierte Kapelle am Ortsrand war zweimal im Jahr Ziel langer Berg-Prozessionen. Die zum „Capo luogo“ zählenden rund um den Talkessel verteilten Orte mit ihren riesigen, historisch wertvollen Gotteshäusern wurden von einem im japanischen Minibus herumrasenden tamilischen Pater und zwei ebenso dunkelhäutigen Ordenschwestern betreut, die tatsächlich auch von Geburt her die Schwestern des Seelsorgers waren.
  Ausgerechnet die dort alles beherrschende Römisch Katholische Kirche war nicht mehr in der Lage gewesen, die verschlossene ligurische Gebirgsbevölkerung mit einheimischen Patres zu versorgen. Aber vielleicht war das ganz gut so, denn der Mann, der in Sri Lankas Kirchen-Metropole Galle aufs Stiftsinternat gegangen war, hatte mit einer unwiderstehlichen Charme-Offensive Haus um Haus in schwierigem Terrain für seine Kirche zurückerobert und auch vor der Tür von Johannes nicht Halt gemacht.
  Als nach Weihnachten 2004 der Tsunami dessen Heimat verwüstet hatte, war Johannes samt einem halb mit Euros und Eurocentmünzen gefüllten 10Liter Wein-Flacon in der Sakristei des schwarzen Priesters aufgetaucht. Johannes hatte einen Teil  der sich geradezu epidemisch in seinen Taschen ansammelnden neuen Münzen seit 2002 in dieser Glaskugel entsorgt. Da er ausgerechnet die betroffenen Regionen mit hohem sinnlichem Gewinn sehr oft selbst bereist hatte, nahm er den fragilen Tamilen persönlich in die Pflicht, dass das Geld an die richtige Stelle käme. Worauf jener von da an stets auf ein Gläschen zur Terrasse hoch stieg, wenn er auf dem Berg zu tun hatte, um mit Johannes über seine ferne Heimat zu reden
  Johannes dachte gerade darüber nach, dass er sich privat wohl eher ungewollt auf diese Weise eine Art „religiöses Schengen“ geschaffen hatte, als Lemmleins Stimme zu ihm durchdrang:
  „Warum bleibt dein Schulfreund in Untersuchungshaft? Er hat selbst Geld, er hat obendrein eine reiche Bekannte, und dein anonymer Hinweis, war ja schnell zu überprüfen. Es bestünde keine Verdunklungsgefahr, und die unterstellte Korruption beziehungsweise Untreue rechtfertigt alleine ja keine Fortdauer der U-Haft.“
  „Die Idee mit den Dialog-Diözesen oder Bürger-Bistümern verlangte ein völlig neues Selbstverständnis der alteingesessenen Berufskleriker und eine soziologisch-politische Neuausrichtung des Theologie-Studiums. Du solltest dir den Rücken stärken lassen, bevor das an die Öffentlichkeit gelangt. Sonst begehst du beruflichen Selbstmord.  Denk daran, was durch die gegenseitige Anerkennung der Sakramente schon an Diskussion los getreten wurde. Unter Benedikt XVI wird sich die Reformationsbereitschaft der katholischen Kirchenführer noch weiter verlangsamen. Gerade ist ja wieder der Anspruch als einzig wahre Kirche von ihm manifestiert worden.“
  „Deine permanente Auseinandersetzung mit dem Vorgang des Tötens – worauf könnte diese Obsession bei dir  beruhen? Ich glaube du erforschst die Abgründe in anderen Menschen, um deine eigenen endlich auszuloten. Solche Leute wie „Il Mulo“ oder dein sizilianischer Mafia-Freund üben deshalb eine Faszination auf dich aus, weil es dir angesichts deiner eigenen Gemütslage ein Rätsel ist, wieso solche Leute derart menschlich sein können, wenn sie gleichzeitig solche Monster sind.“
  Johannes schweifte in Gedanken wieder zurück in die letzte Nacht mit Jack am Cape de Cuedec  auf  Kangaroo Island. Die Strahlen des Leuchtturms über ihnen waren in ihrem verlässlichen Rhythmus über den südlichen Sternenhimmel geglitten, als der Spurensucher ihm die Quintessenz seiner Erfahrungen offenbart hatte. Jack, der Angehörige einer Urbevölkerung, deren DNA sich nachweislich nach der Zuwanderung kaum verändert hatte, war schlicht davon ausgegangen, dass das Töten ein archaisches Grundverhaltensmuster ist, das in allen Menschen gleich angelegt und nur verschüttet ist. Lediglich Erziehung und Charakterbildung sorgten unter normalen Verhältnissen dafür, dass dieses nicht für Mord und Totschlag aktiviert würde. Fielen ethische, moralische oder legislative Schutzmechanismen weg, reichte oft nur ein minimaler Impuls, die Gewalt- und Tötungsbereitschaft zu aktivieren. Töter und Töterinnen, die ihrer Verrichtung wie Metzger zielgerichtet nachgingen, wären also in ihrer Schädlichkeit wesentlich berechenbarer, als durchgeknallte Massenmörder, die irgendeiner Mission oder politischen Parole in exzessive Schrankenlosigkeit folgten. - Johannes verzichtete darauf, Egidius derlei Ansichten zu kolportieren:
  „Kannst du dich noch an deinen Pfarrer-Kollegen erinnern, dem sie vor ein paar Jahren mit bioforensischen Methoden nachgewiesen haben, dass er seine Frau umgebracht hat, um ungestört und alles bis zum Schluss leugnend mit seiner Geliebten weiterzuleben? Dazwischen ist eine Diskrepanz, mit der ich wirklich nicht klar komme.
  „Zwei Parteien führen Krieg. Der Sieger nimmt alles, der Verlierer ist Schuld, so lange nicht wieder ein Stärkerer da ist, der Recht und Unrecht anders gewichtet, um Schuld und Sühne wieder aufs neue zu bewerten. Genau das ist heute aus dem Ruder gelaufen, und deshalb brauchen die Menschen Gott“
  Sobald die Sonne untergegangen war, wurde es nicht nur deshalb empfindlich kalt. Sie gingen hinein und halfen Marie-Luise und den Kindern, das Abendbrot zu bereiten. In einem unbeobachteten Moment glitt Marie-Luises Hand routiniert hinten in den Hosenbund von Johannes und umfasste seine rechte Pobacke wissend und bestimmt. Dieses Spiel mit dem Feuer behagte Johannes nicht. Er verabschiedete sich daher früh mit dem Hinweis, er sei vom Vorabend noch angeschlagen.
  Am nächsten Morgen besuchte er das erste Mal seit einigen Jahrzehnten wieder einen Gottesdienst. Er hatte noch nie eine Pastorin bei der Arbeit beobachtet und ertappte sich dabei, wie bei all dem Sakralen ein animalisches Verlangen in ihm aufstieg. Er schaute zu dem herrlichen mittelalterlichen Altar hinauf und bat den Gott, an den er ja eigentlich nicht glaubte, den Kelch an ihm vorübergehen zu lassen, ihm die neu entfachte Geilheit zu nehmen, damit er seinen Freund nicht hinterginge.
  Aber Johannes hatte seine Rechnung ganz offensichtlich ohne Gott gemacht. Beim Mittagessen zu dritt – die Kinder waren gleich nach der Kirche zu ihren diversen WGs oder anderen Unterkünften aufgebrochen, berichtete Egidius, er habe vergangene Nacht das Thema Stärken-Schwächen-Analyse mit seiner Frau diskutiert und die habe vehement abgelehnt. Aber sie habe einen tollen Vorschlag gemacht. Nachdem Johannes zurzeit ja ohnehin nichts mehr Dringendes zu tun habe, könne er doch hier bleiben und  die notwendige Überarbeitung des Skripts vornehmen und als Gegenleistung würde er, Egidius, beim in  Kürze  anstehenden  Tagungsaufenthalt in Hamburg einen Besuch bei Stefan in der JVA Fuhlsbüttel machen und ihm auf den Zahn fühlen. Marie-Luise hatte dabei eine Mine aufgesetzt, als gäbe es nicht annähernd eine sinnvolle Alternative zu ihrem Vorschlag. Die Versuchung von Johannes ging also weiter – und aberwitzig sah er Marie-Luise leicht gewandet wie Salome mit einem Tablett durch den Pfarrhof tanzen, auf dem sein frisch abgeschlagenes und bluttriefendes Haupt hin und her kullerte…
  Egidius hatte sich bis nächsten Freitag, dem Karfreitag verabschiedet und nach einem Mittagsschläfchen allein auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht. Zuvor hatten sie noch die Dateien seiner Arbeit auf den Laptop von Johannes geladen, der sich dann wieder zum Texten in den Pfarrgarten zurückzog und froh war, dass die Pastorin noch Termine in der Gemeinde hatte und er sich um die abendliche Vesper selbst zu kümmern hatte. Vielleicht hatten ja seine eigenen (Er)Regungen zu einer völligen Fehlinterpretation und falschen Gewichtung rein freundschaftlichen Verhaltens geführt…?
  In der Nacht kam sie und dann gleich dreimal: Leidenschaftlich, ungehemmt und experimentierfreudig. Johannes, der ob seiner vermeintlichen Impotenz nicht begriff, wie ihm geschah, war sehr reserviert gewesen, hatte sich dann unter seiner sich wundersam einstellenden alten Verlässlichkeit aber in ein ausgehungertes Sex-Ungeheuer verwandelt, das alle Schranken fallen ließ. Im Morgengrauen war diese Gier einer tieftraurigen Zärtlichkeit gewichen. Er wollte reden, aber sie legte ihm ihren Zeigefinger fest auf die Lippen.
  In den nächsten Tagen gab es wegen der Küster, Diakone und Pfarr-Gehilfinnen keinen versteckten Winkel in diesem Anwesen, der ihre heimlichen und verwegenen Sex-Spiele nicht erlebt hatte. Marie-Luise hob auch das vermeintliche Gebot der „Muttertiere“ auf, nach dem kein Oral-Sex mehr nach Geburten praktiziert würde. Erstaunlicher Weise beflügelte der hormonelle Ausgleich offenbar den Scharfsinn von Johannes. Nach zwei Tagen hatte er aus Lemmleins Text mit allen Kniffs der Werbepsychologie ein Positionspapier gemacht, auf das selbst der Teufel eingeschwenkt wäre. Aber ihm wurde gleichzeitig auch klar, dass noch weitere 24 Stunden mit Marie-Luise etwas Unbegreifliches zerstören würden. Marie-Luise wäre  aber eben auch nicht Marie-Luise gewesen, hätte sie das Signal nicht verstanden. Sie fuhr ihn – ohne viel zu reden – zum ICE nach München: Eine Mutter von ihrem Sohn, eine Schwester von ihrem Bruder – aber ein Liebespaar das Akte unvergleichlicher Leidenschaft hinter sich hatte, war das absolut nicht, das sich da am Bahnsteig voneinander verabschiedete.
  Am nächsten Vormittag saß Johannes – er hatte sich nicht abwimmeln lassen – mit CD-Rom und Ausdruck bei Egidius im Bistum und war wild entschlossen, gleich noch einmal zu beichten. Lemmlein jedoch bestand darauf, zunächst mit enervierender Langsamkeit die Überarbeitung von Johannes zu studieren. Mit einem Drehbleistift machte er penibel Randnotizen. Dann schloss er für eine Minute die Augen:
  „Das ist so unglaublich. Ich bin dir so dankbar. Wie kann ein Agnostiker eine derartige theologische Präzision entfalten...?“
  Johannes war das peinlich. Das war ja doch alles nur Technik. Egidius selbst  hatte ja die Ideen und das Fachwissen eingebracht. Er versuchte ihm das klar zu machen, aber er stammelte nur zwei Worte:
  „Marie-Luise…“
  „Wahnsinn, dass du das immer noch nicht begriffen hast! Es ist nichts passiert, was nicht hätte passieren sollen. Wieso versagt dein professioneller Instinkt ausgerechnet bei dir selbst. - Ich bin schwul Johannes!!! Als Konfirmand war ich unsterblich in dich verliebt. Ich habe mich sogar beim Abendmahl extra neben dich gekniet, um dir in diesem heiligen Moment besonders nahe zu sein. Ich war schwul, ich bin schwul und werde immer schwul sein. Ich bin kein Wowereit  und kein von Boist in der Gnade der späten Geburt fürs Outen. Ich bin leider zu feige,  und deshalb hat mir der liebe Gott eine Gefährtin geschickt, mit der ich mich in Liebe fortpflanzen konnte, aber der ich sonst bei der Heterosexualität einiges schuldig bleiben musste. Kennst du das Gleichnis von der Ehebrecherin?“
  „Du meinst das nach mir benannte Kapitel acht, bei dem Jesus seine Botschaft mit dem Finger in den Staub schrieb“, entgegnete Johannes mit gequältem Humor, der nur zeigte, wie sehr er diese spezielle Situation noch nicht verarbeitet hatte.
  „Ja, Johannes 8  – du Agnostiker! Wer von Euch ohne Sünde ist…“
  „… der werfe den ersten Stein!“
  Die Schlussszene sah zwei schwergewichtige Endfünfziger, die sich überwältigt von gegenseitiger Zuneigung in den Armen lagen und sich nur dieses einzige Mal mit intensiver Zärtlichkeit auf den Mund küssten…



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