Oil on Canvas ca. 1988
Metro Manila Aid
Immer wieder gibt es diese Augenblicke, in denen sich der Reporte ärgert, keine schussbereite Kamera erreichen zu können. Die Ausrüstung lag im Kofferraum der Staats-Limousine, die auch noch mit Standarten als solche zu erkennen war. Wir steckten inmitten der Rushhour von Metro Manila im dichten Smog und der Kakophonie unzähliger Hupen, Klingeln und Sirenen. Normalerweise hatte ich ja die Kamera-Tasche bei mir, aber die Klima-Anlage des Fahrzeuges war derart aufgedreht, dass die Objektive außerhalb des Wagens sofort nachhaltig beschlagen gewesen wären. Zwischen den fliegenden Händlern, den Trikes und den Jeepneys tauchte plötzlich diese schwer schleppende Frau auf: Adrett in ihrer Kleidung und beflissen, ließ sie sich weder von den Auspuffgasen noch von ungeduldigen und bösen männlichen Kommentaren in ihrer Zielstrebigkeit beirren. Was die da mache, fragte ich meinen philippinischen Begleiter: "Das sind Imeldas Girls von der Manila Aid." Die Gattin des damaligen, autokratischen Präsidenten, die Frau mit den 1000 Paar Schuhen im Schrank und der Riesen-Jacht am Pier vor meinem Hotel. Die, damit man die Slums unweit des Machtzentrums nicht mehr sehen musste, eine Mauer drumherum errichten ließ. Sie also leistete sich diese "Privat-Armee" gegen den Müll und den Dreck im Rest ihrer Hauptstadt; vermutlich in jener Zeit die attraktivste Müll-Brigade weltweit...
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