Oil on Canvas: Positano 1984
Vor der Mahlzeit Dieses Bild ha für mich eine für mein Leben wichtige Symbolkraft. Es entstand nur ein paar Tage nach dem düsteren Gedächtnis-Gemälde von der "Basilicata"-Reportage. Ich war vom Einkaufen bei Ernesto - eine Kurve höher - zurück und legte alles auf den Küchentisch, denn ich war mit dem Kochen dran und wollte eigentlich nicht. Ich plante, mir eines meiner gefürchteten Knoblauch-Brote zu machen, mit denen ich mir immer leicht Distanz verschaffte. Da fiel mir dieses zufällige Arrangement auf, das unbändig von mir verlangte, es zu malen... Mir war klar, das wird ein Malen gegen die Zeit, denn bei der Hitze hielte dieses Stillleben draußen maximal zwei Tage, bis es verdorben gewesen wäre. Erstmals wählte ich daher die Technik mit schwimmenden Farben, die nicht auf der Palette, sondern direkt auf der Leinwand angemischt werden. Malmittel zum schnelleren Trocknen brauchte ich ja nicht. Dass mir das auf Anhieb gelang, war, wie aus einem Tunnel ans Licht zu gelangen. Mit jedem Pinselstrich befreite ich mich durch die Buntheit aus der Depression, die mich zuvor auf den Spuren von Carlo Levi so überraschend heftig gepackt hatte. Von da an half mir das "schnelle" Malen immer öfter aus seelischer Bedrängnis. Die Melone konnten wir schon nicht mehr essen. Aber sie hängt nach 40 Jahren mit ihren Gemüse-Genossen hier und heute immer noch frisch im Esszimmer
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