Öl auf Leinwand, Castello um etwa 2020
Wir Kinder der Sonne
Die lebenspendende Sonne als ewige Freundfeindin? War's wieder einmal eine meiner Vorahnungen? Unsere Dachterrasse musste in immer kürzeren Intervallen neu gestrichen werden, weil der Saharastaub mit dem Schirokko-Wind als Gebläse sie mal rot, siena und im schlimmsten Fall mausgrau färbte. Aber da war die Luftfracht aus der Wüste noch nicht wie heute auch Thema für die Länder nördlich des Alpenhauptkammes.
Das Bild entsprang nach und nach meiner oft ungefilterten Phantasie: Die Sonne verlöre durch die verstaubte Atmosphäre ihre gefährliche UV-Strahlung. Der Rest der Menschheit könnte ganze Tage ungeschützt in der Sonne herumtollen und hätte durch die sich andernorts in der Wüstenei häufenden, luftgefilterten Niederschläge reinstes Wasser im Überfluss. Infolge ihrer dadurch amphibischen Veränderung mutierten sie zu individuellen Unterwasser-Jägern mit wahlweise hinzu zu aktivierten Kiemen. Was die "Kinder der Sonne" dabei nicht ahnten: Das immer noch im Meer überreichlich vorhandene Mikroplastik verstopfte ihren Verdauungs-Zyklus und die Blutbahnen. Was ihnen wie ewige Jugend anmutete, war in Wahrheit in ihren plastifizierten Hirnen eine Wahrnehmungsverkürzung der unfruchtbaren Lebenserwartung...
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