Mittwoch, 28. August 2024

Bilder-Geschichten 28

Öl auf Leinwand, Castello um etwa 2020



Wir Kinder der Sonne


Die lebenspendende Sonne als ewige Freundfeindin?
War's wieder einmal eine meiner Vorahnungen? 
Unsere Dachterrasse musste in
immer kürzeren Intervallen neu 
gestrichen werden, weil der Saharastaub
mit dem Schirokko-Wind als Gebläse
sie mal rot, siena und im schlimmsten Fall
mausgrau färbte. Aber da war
die Luftfracht aus der Wüste noch nicht
wie heute auch Thema für die Länder
 nördlich des Alpenhauptkammes.

Das Bild entsprang nach und nach
meiner oft ungefilterten Phantasie:
Die Sonne verlöre durch die
verstaubte Atmosphäre ihre gefährliche
UV-Strahlung. Der Rest der Menschheit
könnte ganze Tage ungeschützt
in der Sonne herumtollen und
hätte durch die sich andernort
in
der Wüstenei häufenden,
luftgefilterten Niederschläge
reinstes Wasser im Überfluss.
Infolge ihrer dadurch amphibischen
Veränderung mutierten sie zu individuellen 
Unterwasser-Jägern mit wahlweise
hinzu zu aktivierten Kiemen.
Was die "Kinder der Sonne" dabei nicht ahnten:
Das immer noch im Meer
überreichlich vorhandene Mikroplastik
verstopfte ihren Verdauungs-Zyklus
und die Blutbahnen. Was ihnen wie
ewige Jugend anmutete, war in
Wahrheit 
in ihren plastifizierten Hirnen
eine Wahrnehmungsverkürzung
der unfruchtbaren Lebenserwartung...


 

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